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Rabatt auf Trikots. Kredit für Galeria. Rekord bei New Yorker.

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Jür­gen Mül­ler

Man­che wol­len im Aus­schei­den der Natio­nal­mann­schaft ein Sym­ptom für den Nie­der­gang einer gan­zen Nati­on sehen. Schau'n mer mal, wür­de Franz Becken­bau­er sagen.

Fak­tisch haben wir es zunächst mit einem Nie­der­gang der Umsät­ze im Ein­zel­han­del zu tun. Wer noch kein Deutsch­land-Tri­kot gekauft hat, der wird dies nun wohl kaum mehr tun. Da wer­den auch die Rabat­te von 15 bis 30 Pro­zent, die es seit Mon­tag gibt, nicht viel hel­fen. Hof­fen wir mal, dass die Fuß­ball-Fans ihre über­teu­er­ten Leib­chen nicht alle­samt aus Frust ent­sor­gen. Es schwebt genug Plas­tik in den Mee­ren.

Der Kurs der Adi­das-Aktie ist prompt ein­ge­bro­chen. CEO Björn Gul­den hat­te noch ver­gan­ge­ne Woche von einem Rekord­ge­schäft geschwärmt. Die V‑Trikotflocks, die Adi­das nach­be­stel­len muss­te, wer­den jetzt womög­lich zu Laden­hü­tern.

Auch bei Zalan­do wird man sich ärgern, dass das Logo jetzt nicht mehr so häu­fig im TV zu sehen sein wird. Der aktu­el­le Kurs­ein­bruch dort hat­te indes ande­re Grün­de.

Beson­ders nach­denk­lich dürf­te man last but not least in Bea­ver­ton sein. Nike wird bekannt­lich ab 2027 der neue DFB-Aus­stat­ter. Die Ame­ri­ka­ner wol­len acht Jah­re lang jeweils die unfass­ba­re Sum­me von 100 Mil­lio­nen Euro nach Frank­furt über­wei­sen. Der Welt­markt­füh­rer hat Adi­das aus­ge­sto­chen, nicht nur, um dem deut­schen Riva­len in sei­nem Stamm­re­vier eins aus­zu­wi­schen, son­dern auch im Ver­trau­en dar­auf, sich mit einer Pre­mi­um­mar­ke zu ver­bin­den, die Welt­spit­ze ist. Die­ses DFB-Pro­dukt erweist sich aktu­ell als Mogel­pa­ckung.

Nur gut, dass CEO John Donah­oe bereits aus­ge­schie­den ist. Und sein Nach­fol­ger Elli­ot Hill hat, wie bei der Vor­la­ge der Quar­tals­er­geb­nis­se die­se Woche deut­lich wur­de, zur­zeit noch ganz ande­re Pro­ble­me.

Wir Zuschau­er kön­nen uns jetzt ganz ent­spannt zurück­leh­nen und uns den wirk­lich wich­ti­gen sport­li­chen Groß­ereig­nis­sen zuwen­den. Wie zum Bei­spiel der allem Anschein nach an die­sem Wochen­en­de statt­fin­den­den Hoch­zeit eines berühm­ten Ame­ri­can Foot­ball-Pro­fis mit einem noch berühm­te­ren Pop­star an der Heim­spiel­stät­te der Bas­ket­bal­ler von den New York Knicks.

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Apro­pos Pro­ble­me. Die Gale­ria-Kri­se geht in die nächs­te Run­de. Wenn nicht 12.000 Arbeits­plät­ze und das Geschäft von etli­chen Lie­fe­ran­ten betrof­fen wären, wür­de man die­ses The­ma am liebs­ten aus­las­sen. Nach einer wochen­lan­gen Hän­ge­par­tie scheint die 160 Mil­lio­nen-Finanz­sprit­ze durch Gor­don Brot­hers nun sicher. Wie es aus­sieht, wer­den damit zu einem guten Teil Ver­bind­lich­kei­ten bei ande­ren Kapi­tal­ge­bern bedient. Wenn der Ver­kauf nicht anspringt und nie­mand Geld nach­schießt, wird der Liqui­di­täts­eng­pass womög­lich bald zurück­kom­men. Es ist jeden­falls nicht aus­zu­schlie­ßen, dass das Unter­neh­men im Ver­ein mit Kom­mu­nen, Gewerk­schaf­ten und Gläu­bi­gern am Ende wie­der nach staat­li­cher Hil­fe rufen wird. Der Good­will in Ber­lin dürf­te nach drei Insol­ven­zen in vier Jah­ren indes ziem­lich auf­ge­braucht sein. Zumal die Regie­rung eben­falls knapp bei Kas­se ist.

Zu wün­schen wäre übri­gens, dass das loka­le Gejam­me­re end­lich mal auf­hört. Vie­ler­orts wird beklagt, dass "unser" Waren­haus bald schließt, es gab im Zuge der Insol­ven­zen des­we­gen sogar schon Men­schen­ket­ten in den Fuß­gän­ger­zo­nen. Statt zu jam­mern, soll­te die Kund­schaft viel­leicht ein­fach häu­fi­ger und mehr im ört­li­chen Waren­haus ein­kau­fen gehen.

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Es gibt sie im Übri­gen noch, die guten Nach­rich­ten: New Yor­ker hat ein wei­te­res Rekord­jahr hin­ter sich. Als sei 2025 kein schlech­tes Jahr für den Kon­sum gewe­sen. Die Braun­schwei­ger mel­den im Bun­des­an­zei­ger ein zwei­stel­li­ges Umsatz­plus auf 3,56 Mil­li­ar­den und einen Gewinn­sprung von 253 auf sagen­haf­te 680 Mil­lio­nen Euro. Die Ebit-Mar­ge ist mit 25,5 Pro­zent ein Spit­zen­wert in der Bran­che. New Yor­ker hat inzwi­schen ein Eigen­ka­pi­tal von 2,2 Mil­li­ar­den ange­häuft und braucht Ban­ken nur für Über­wei­sun­gen.

Die­se Pro­fi­ta­bi­li­tät ist wohl auch, aber bestimmt nicht aus­schließ­lich der Tat­sa­che zu ver­dan­ken, dass New Yor­ker kon­se­quent sein For­mat wei­ter­ent­wi­ckelt und auf einen kos­ten­trei­ben­den Onlin­ever­trieb bis auf wei­te­res ver­zich­tet. Viel­leicht war Fritz Knapp doch nicht der Geis­ter­fah­rer, für den jene ihn gehal­ten haben, die sich im Gegen­ver­kehr auf dem rich­ti­gen Weg wäh­nen. Wir reden stän­dig über die chi­ne­si­sche Bil­lig­kon­kur­renz von Shein& Co. Aber auch sta­tio­när sind nied­ri­ge Prei­se gefragt, wenn sie sexy ver­packt sind.