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Abwärtsspirale statt Kreislaufwirtschaft

Über nachhaltige Mode wird seit Jahren intensiv diskutiert. Alle reden von Kreislaufwirtschaft, und viele Modeunternehmen haben Sustainability-Projekte angekündigt. Doch die Realität ist mehr als ernüchternd. Wie ist die Faktenlage? Und was ist zu tun? Eine Analyse von Joachim Schirrmacher.
Joachim schirrmacher © jakob tillmann web i
Joa­chim Schirr­ma­cher

85 Pro­zent aller Unter­neh­men sehen Nach­hal­tig­keit als Unter­neh­mens­stra­te­gie. Das liegt neben allem per­sön­li­chen Enga­ge­ment von Frau­en wie Ant­je von Dewitz und Män­nern wie Micha­el Otto auch dar­an, dass inzwi­schen fast alle grö­ße­ren Mode­un­ter­neh­men im Besitz von Inves­to­ren oder Akti­en­ge­sell­schaf­ten sind. Vie­les ist ein Ankün­di­gungs­mar­ke­ting, das sich an die Öffent­lich­keit rich­tet und die Share­hol­der abho­len soll. Zumeist wer­den Vor­zei­ge­pro­jek­te in klei­nen Stück­zah­len auf­ge­legt. Das Kern­ge­schäft ändert sich hin­ge­gen kaum.

Beson­ders beliebt ist das Wer­ben für eine Kreis­lauf­wirt­schaft mit Slo­gans wie „Recy­celn Sie Mode“. Aus alt wird neu, ein per­fek­tes Per­pe­tu­um Mobi­le: Regen fällt, fließt durch die Obst­wie­se und in einen Fluss, wei­ter ins Meer, ver­duns­tet in den Him­mel und fällt wie­der. Nur zu ger­ne wol­len wir es glau­ben.

Damit die Mode­in­dus­trie nicht nur redet, will die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on sie jetzt zur Nach­hal­tig­keit ver­pflich­ten. Sie sagt damit der Fast Fashion und Über­pro­duk­ti­on sowie dem Green­wa­shing den Kampf an. Ende März hat sie dazu eine umfang­rei­che und ehr­gei­zi­ge „EU-Stra­te­gie für nach­hal­ti­ge und kreis­lauf­fä­hi­ge Tex­ti­li­en“ (EU-Tex­til­stra­te­gie) vor­ge­stellt. Bis 2030 sol­len in der EU auf den Markt gebrach­te Tex­ti­li­en lang­le­big und kreis­lauf­fä­hig gestal­tet und unter Wah­rung der sozia­len Rech­te und des Umwelt­schut­zes her­ge­stellt sein. Sie sol­len dabei größ­ten­teils aus Recy­cling­fa­sern bestehen und frei von umwelt­schäd­li­chen Schad­stof­fen und Mikro­plas­tik sein. Zudem soll die Kreis­lauf­wirt­schaft in der Mode flo­rie­ren und über aus­rei­chen­de Kapa­zi­tä­ten für ein Faser-zu-Faser-Recy­cling ver­fü­gen. Her­stel­ler müs­sen künf­tig die Ver­ant­wor­tung für ihre Pro­duk­te vom Design bis zur Ent­sor­gung über­neh­men.

Die Zie­le sind extrem ehr­gei­zig, denn bis­lang ist die Cir­cu­lar Eco­no­my in der Mode nur Visi­on. Einen ech­ten Kreis­lauf, in dem Alt­klei­der zu neu­en Tex­ti­li­en wer­den, gibt es bis­her nicht. Neben Second­hand­klei­dung ist das Recy­cling von Alt­klei­dern, die nicht mehr getra­gen wer­den kön­nen, der­zeit die ein­zi­ge Lösung. Doch die­ses Recy­cling ist eine Abwärts­spi­ra­le, kein Kreis­lauf. Jeans wer­den bes­ten­falls zu Vis­ko­se­gar­nen, die meis­ten Tex­ti­li­en jedoch zu Putz­lap­pen für die Indus­trie, Vlies- und Iso­lier­stof­fen oder zu Pap­pe. Immer­hin ein Fort­schritt zum linea­ren Modell, bei dem die Alt­tex­ti­li­en direkt in der Ver­bren­nung oder auf einer Depo­nie lan­de­ten.

Warum wir über Scheinlösungen reden.

Vie­le ande­re Pro­jek­te sind Schein­lö­sun­gen. So stammt recy­cel­tes Poly­es­ter in Klei­dung von PET-Fla­schen und nicht aus Poly­es­ter­klei­dung aus dem Alt­klei­der-Con­tai­ner. Daher muss für die Fla­schen­pro­duk­ti­on auch neu­es Poly­es­ter ver­wen­det wer­den. Die EU-Kom­mis­si­on sieht dies als Irre­füh­rung der Ver­brau­cher und als Ver­stoß gegen den geschlos­se­nen Kreis­lauf für PET- Lebens­mit­tel­fla­schen. Und so sinn­voll ein Upcy­cling, also aus älte­ren Tei­len neue Klei­dung zu nähen, im pri­va­ten Bereich, für Klein­se­ri­en und vor allem für einen Bewusst­seins­wan­del ist, bie­tet es kei­ne indus­tri­el­le Per­spek­ti­ve. Bio­ba­sier­te Gar­ne aus Algen, Ana­nas- oder Bana­nen­scha­len, Blü­ten, CO2 oder Milch, Lebens­mit­tel­res­te zum Fär­ben von Tex­ti­li­en oder das bio­lo­gisch abbau­ba­re Stretch­garn Cor­e­va ste­cken noch in den Kin­der­schu­hen.

Die EU-Kom­mis­si­on ruft daher die Unter­neh­men auf, ihre Bemü­hun­gen auf das Faser-zu-Faser-Recy­cling zu kon­zen­trie­ren. Der­zeit liegt der Anteil unter einem Pro­zent, so die Ellen-MacAr­thur-Stif­tung. Es gilt also eine „Lücke“ von 99 Pro­zent in nur acht Jah­ren zu schlie­ßen. Bis­lang gibt es nur weni­ge For­schungs- und Pilot­pro­jek­te. Und die­se sind noch ganz am Anfang mit mini­ma­len Pro­duk­ti­ons­men­gen, die ange­kün­digt wur­den. Zu den wich­tigs­ten Pro­jek­ten zäh­len:

- Pro­zess­si­che­re Mate­ria­ler­ken­nung
– Opti­mier­tes mecha­ni­sches Recy­cling mit län­ge­ren Fasern
– Che­mi­sches Tren­nen von Polyester/Baumwolle
– Che­mi­sche Umwand­lung von Baum­wol­le zu Vis­ko­se
– Tren­nung von Baumwoll/Elasthan

Kei­ne Fra­ge: Dies sind wich­ti­ge Fort­schrit­te, und es gibt gro­ße Hoff­nun­gen, dass aus dem Faser-zu-Faser-Recy­cling ein gigan­ti­sches Geschäft wird. Doch die Her­aus­for­de­run­gen sind noch enorm: Der Ener­gie­auf­wand z.B. für das Säu­bern und Ent­fär­ben ist sehr hoch. Der Mix ver­schie­de­ner Poly­es­ter­ar­ten ist pro­ble­ma­tisch. Elasthan oder Che­mi­ka­li­en in den Alt­tex­ti­li­en beein­träch­ti­gen den Pro­zess. Bei­spiels­wei­se ver­stop­fen sie die Düsen der Spinn­ma­schi­nen. Recy­cling­fa­sern sind zudem teu­rer als Pri­mär­roh­stof­fe.

Wo liegt das Problem?

Auf abseh­ba­re Zeit fin­det daher ein Recy­cling im groß­in­dus­tri­el­len Maß­stab prak­tisch nicht statt. Eine Über­sicht von 2021 zum Stand der Recy­cling-Tech­nik der RHTW Aachen kommt sogar zu dem ernüch­tern­den Fazit: Recy­cling wird die Nach­hal­tig­keits­pro­ble­me in der Tex­til-Indus­trie nicht lösen. Das Ver­spre­chen der Bio­öko­no­mie bzw. des Green Deal, wir könn­ten dank des tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts mit rei­nem Gewis­sen so wei­ter­le­ben wie bis­her, erscheint also als Illu­si­on.

Dabei geht es um unfass­ba­re Men­gen. Seit dem Jahr 2000 hat sich laut der Ellen-MacAr­thur-Stif­tung der Kon­sum von Klei­dung ver­dop­pelt und die Tra­ge­zeit zudem hal­biert. Da die Prei­se für Mode in der EU zwi­schen 1996 und 2018 infla­ti­ons­be­rei­nigt laut der EU-Tex­til­stra­te­gie um über 30 Pro­zent gesun­ken sind, sind Men­gen aus­sa­ge­kräf­ti­ger als Umsät­ze, um sich die Dimen­sio­nen vor Augen zu füh­ren. Pro Jahr wer­den schät­zungs­wei­se statt einst 50 jetzt etwa 120 Mil­li­ar­den Klei­dungs­stü­cke welt­weit her­ge­stellt. Green­peace spricht sogar von rund 200 Mil­li­ar­den. Davon sol­len laut der Ellen MacAr­thur Stif­tung 40 Pro­zent nicht ver­kauft wor­den sein.

Shein
Shein: Shoo­ting Star bei der “Fri­days for Future”-Generation

In Deutsch­land wur­den davon 2018 laut Sta­tis­ta ca. 4,7 Mil­li­ar­den Klei­dungs­stü­cke ver­kauft, das sind im Durch­schnitt 56 Tei­le für jeden – vom Baby bis zum Greis. Und das Produktionsvo­lumen von Klei­dungs­stü­cken steigt wei­ter jähr­lich um 2,7 Pro­zent an. Klei­dung wird laut der Initia­ti­ve der Bun­des­re­gie­rung „Grü­ner Knopf“ im Schnitt vier­mal getra­gen, vie­les gar nicht. So ste­hen drei Lieb­lings­tei­len drei Schran­klei­chen gegen­über. Der Gebrauch wur­de zu einem rapi­den Ver­brauch von Klei­dung. Und das nicht nur in Deutsch­land, Euro­pa oder den USA, son­dern zuneh­mend auch in Län­dern wie Chi­na, Indi­en oder Bra­si­li­en.

Fast Fashion gilt als Haupt­ver­ur­sa­cher des Über­an­ge­bots an Mode. Zara brach­te als eines der ers­ten Unter­neh­men alle zwei Wochen neue Model­le auf den Markt, statt ein- oder zwei­mal pro Sai­son. Wer kei­ne Markt­an­tei­le ver­lie­ren woll­te, muss­te mit­zie­hen. Die Fast Fashion war gebo­ren und wur­de als „Demo­kra­ti­sie­rung der Mode“ gefei­ert. Eini­ge Unter­neh­men pro­du­zie­ren gar bis zu 52 Kol­lek­tio­nen im Jahr. Oft in Qua­li­tä­ten, die selbst für eine Wei­ter­ver­wen­dung als Putz­lap­pen zu schlecht sind. Anbie­ter wie Shein aus Chi­na bie­ten täg­lich Neu­hei­ten; die­se wer­den über­wie­gend von Tee­nies in aller Welt gekauft, also der Genera­ti­on „Fri­days for Future“. Mit wech­seln­den Moden hat die Fast Fashion nur sehr bedingt zu tun. Es geht vor allem um Kon­sum­an­rei­ze. Stores und Medi­en brau­chen schließ­lich immer neue Impul­se.

Kei­ne Fra­ge, es ist ein gro­ßer Gewinn, dass dank des indus­tri­el­len Fort­schritts Mode für Mil­lio­nen mög­lich gewor­den ist. Doch die Demo­kra­ti­sie­rung der Mode hat sich als ein Über­kon­sum für alle her­aus­ge­stellt. Mit etwas Abstand erkennt man schnell, dass der heu­ti­ge west­li­che Kon­sum­le­vel, den vie­le für nor­mal hal­ten, ein Aus­nah­me­zu­stand in der Geschich­te ist. Es gibt kein Men­schen­recht auf gren­zen­lo­sen Kon­sum. Zumal dies auf Kos­ten der Umwelt, der Arbei­te­rin­nen und der kom­men­den Genera­tio­nen geschieht.

Wie konnte es soweit kommen?

Ein wesent­li­cher Aus­lö­ser des unge­heu­ren Auf­stiegs der Fast Fashion ist das Aus­lau­fen jed­we­der Han­dels­be­schrän­kun­gen mit dem Fall des Welt­tex­til­ab­kom­mens (WTO) zum Ende des Jah­res 2004. 1974 waren die Import­quo­ten zum Schutz von Arbeits­plät­zen vor Bil­lig­im­por­ten ein­ge­führt wor­den. Die Abschaf­fung und Öff­nung der Märk­te war in Zei­ten des Neo­li­be­ra­lis­mus von der Poli­tik gewollt. Die glo­ba­le Beschaf­fung wur­de in der Fol­ge neu kali­briert. Die Prei­se san­ken stark. Allein 5 bis 10 Pro­zent ent­fie­len durch den Weg­fall der Kos­ten für die Quo­ten. Die Expor­te stie­gen schon 2005 so stark, dass Chi­na auf Druck der EU die Expor­te frei­wil­lig begrenz­te. Seit der Han­del nicht mehr durch Quo­ten begrenzt wur­de, leg­ten die Fast Fashion Anbie­ter und Tex­til-Dis­coun­ter ein unge­heu­res Wachs­tum an den Tag.

Das Auf­kom­men des Online­han­dels und vor allem der inzwi­schen fast zum Stan­dard gewor­de­nen kos­ten­lo­sen Retou­ren führ­te zu Rück­sen­de­quo­ten für Mode von bis zu 60 Pro­zent. „Schrei vor Glück – oder schick‘s zurück“ – auch dies ver­stärk­te den Mode­kon­sum maß­geb­lich.

Zeit­gleich stieg Insta­gram in kür­zes­ter Zeit zum heu­te domi­nan­ten Mode-Medi­um auf und wirkt wie ein zusätz­li­cher Brand­be­schleu­ni­ger. Laut einer Stu­die des Netz­werks LTK täti­gen 42 Pro­zent der Gen Z den Groß­teil ihrer Ein­käufe über Sozia­le Medi­en wie Insta­gram oder Tik­Tok. Die Fol­ge der bil­li­gen Prei­se und stän­dig neu­en Kon­sum­an­rei­ze: Mil­lio­nen kau­fen zu viel Klei­dung, zu oft und meist viel zu unüber­legt.

Was ist die Lösung?

Der wirk­sams­te Weg ist denk­bar ein­fach: Klei­dungs­stü­cke deut­lich län­ger zu tra­gen. Auch Second­hand-Klei­dung ist eine Mög­lich­keit, sich res­sour­cen­scho­nend ein­zu­klei­den und wei­ter­hin Spaß an Mode zu haben. Das Geschäft mit Vin­ta­ge-Mode boomt. Doch die Glei­chung von Second­hand und Nach­hal­tig­keit geht nur auf, wenn ins­ge­samt nicht mehr Klei­dung kon­su­miert wird. Denn die nied­ri­gen Prei­se und das gute Gewis­sen ver­lei­ten schnell zu noch mehr Kon­sum.

Wie­vie­le Alt­klei­der es in Deutsch­land gibt, ist unklar, da kei­ne genau­en Daten erfasst wer­den. Nach Berech­nun­gen des Bun­des­ver­band Sekun­där­roh­stof­fe und Ent­sor­gung (BVSE) brin­gen rund 85 Pro­zent der Deut­schen ihre Alt­klei­der zum Sam­mel­con­tai­ner: ein Rekord in Euro­pa. So wer­den hier­zu­lan­de pro Jahr knapp 1,3 Mil­li­on Ton­nen Alt­klei­der in etwa 120.000 Con­tai­nern gesam­melt. Somit lan­den fast drei Vier­tel aller unge­woll­ten Klei­der bei Tex­til­ver­wer­tern.

Allein bei Markt­füh­rer Soex in Bit­ter­feld-Wol­fen kön­nen jedes Jahr bis zu 100.000 Ton­nen sor­tiert wer­den. Davon sind 10 Pro­zent neu­wer­tig und wer­den in Second­hand-Läden ver­kauft. Wei­te­re 45 Pro­zent wer­den als Second­hand-Klei­dung in mehr als 45 Län­dern expor­tiert. 15 Pro­zent wer­den zu Putz­lap­pen für die Indus­trie, 20 Pro­zent wer­den in der Reis­se­rei in genau defi­nier­ten Qua­li­tä­ten zu Roh­stof­fen für Auto­him­mel, Iso­lier- und Füll­stof­fen, Malervlies oder für Klei­der­bü­gel ver­ar­bei­tet. Und die letz­ten 10 Pro­zent gel­ten als Abfall, von dem noch 3 Pro­zent an die Pap­pen­in­dus­trie ver­kauft wer­den. Die rest­li­chen 7 Pro­zent müs­sen gegen Gebühr fach­ge­recht ver­brannt wer­den. Aller­dings ver­schie­ben sich die Antei­le. Jedes Jahr lan­den mehr Tex­ti­li­en im Reiss­wolf oder der Ver­bren­nungs­an­la­ge.

Jahr­zehn­te­lang war das Geschäft mit Alt­klei­dern so ein­träg­lich wie ein­fach gewe­sen. Die Ver­wer­ter kauf­ten Kom­mu­nen und kari­ta­ti­ven Orga­ni­sa­tio­nen die gesam­mel­ten Alt­klei­der ab, sor­tier­ten sie und expor­tier­ten das Gros als Second­hand­wa­re nach Ost­eu­ro­pa, in den Nahen Osten sowie Afri­ka. Die Nach­fra­ge war viel höher als das Ange­bot.

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Alt­klei­der-Sor­tier­hal­len bei Soex in Bit­ter­feld

Doch seit 2015 ist die­ser Markt im Umbruch. Mehr Fast Fashion in den Samm­lun­gen bedeu­tet eine deut­lich schlech­te­re Qua­li­tät, so die BVSE-Stu­die von 2015. Da die Sor­tie­rer das Recy­cling der untrag­ba­ren Klei­dung mit den Erlö­sen der hoch­wer­ti­gen Second­hand­klei­dung finan­zie­ren, ent­stand eine pre­kä­re Situa­ti­on. Was gut ist für die Umwelt, ver­schärft die Kri­se der Tex­til­sor­tie­rer.

Die eins­ti­ge Spit­zen­wa­re in den Samm­lun­gen wird heu­te meist direkt von Pri­vat an Pri­vat über Inter­net­platt­for­men oder über Online-Shops für Vin­ta­ge-Mode ver­kauft. Die­ses Geschäft wächst laut Glo­bal Data 21-mal so schnell wie die gesam­te Mode­in­dus­trie auf pro­gnos­ti­zier­te 54 Mil­li­ar­den Euro im Jahr 2024. Die Ver­brau­cher­prei­se stei­gen stark, so dass schon von einer „Gen­tri­fi­zie­rung von Second­hand­mo­de“ gespro­chen wird. Zugleich wehren sich vie­le afri­ka­ni­sche Län­der zuneh­mend gegen den Import von Second­hand­wa­re. Zudem wird dort Klei­dung aus Chi­na oft bil­li­ger ver­kauft als euro­päi­sche Second­hand-Ware, auch wegen stark unter­schied­li­cher Zoll­ge­büh­ren.

Es quel­len nicht nur die Klei­der­schrän­ke der Kon­su­men­ten über. Auch die Lager­hal­len von Indus­trie und Han­del sind mit über­schüs­si­ger Neu­wa­re und Retou­ren voll. Die Absatz­märk­te sind hin­ge­gen über­sät­tigt. Laut dem Spit­zen­ver­band Eura­tex gibt es kei­nen Plan, wohin wir in Euro­pa mit künf­tig mehr als 5 Mil­lio­nen Ton­nen Alt­klei­dern sol­len. Die­se Men­ge dürf­te noch­mals um geschätz­te zwei Mil­lio­nen Ton­nen pro Jahr stei­gen, wenn ab dem 1. Janu­ar 2025 das EU-Abfall­recht die getrenn­te Samm­lung von Tex­ti­li­en vor­schreibt. Dafür gibt es aktu­ell in Euro­pa kei­ne aus­rei­chen­den Sor­tier- und Ver­wer­tungs­ka­pa­zi­tä­ten. Zumal die EU ab 2023 den Export von Tex­til­ab­fäl­len in Nicht-OECD-Län­der ver­bie­ten will.

Es sind meh­re­re sich ver­stär­ken­de Teu­fels­krei­se ent­stan­den, aus denen es kei­nen Aus­weg zu geben scheint. Sie sind für die Mode in öko­lo­gi­scher und sozia­ler Hin­sicht so ver­hee­rend, dass die ers­ten Exper­ten schon Beklei­dungs­kon­tin­gen­te für jeden Bür­ger ins Gespräch brin­gen.

Welche Optionen haben wir?

Zie­le wie „kli­ma­neu­tral bis 2030“, erschei­nen beru­hi­gend. Klin­gen sie doch fast so, als ob die Her­aus­for­de­rung schon bewäl­tigt wäre. Der glei­che Kon­sum in Grün, ganz ohne schlech­tes Gewis­sen. Die Ana­ly­sen zei­gen indes klar: Allein mit bes­se­rer Tech­nik ist die Kli­ma­kri­se nicht zu bewäl­ti­gen. Es braucht kla­re gesetz­li­che Rege­lun­gen, Ände­run­gen im Design der Tex­ti­li­en und noch sehr viel For­schung. Dabei ist die größ­te Her­aus­for­de­rung, die gro­ße Kluft zwi­schen Wis­sen und Han­deln zu schlie­ßen. Ent­schei­dend ist, dass jeder vie­le klei­ne Schrit­te geht und sein Ver­hal­ten ändert. Und zwar ab sofort. Ob im Job oder Pri­vat. Wir haben fast immer die Wahl einer bes­se­ren Alter­na­ti­ve – ASAP: „as sus­tainab­le as pos­si­ble“.

Bewuss­ter Kon­sum: Nach­hal­ti­ge Klei­dung fängt nicht bei zer­ti­fi­zier­ter Bio-Mode an, son­dern beim bewuss­ten Kon­sum. Vivi­en­ne West­wood brach­te es auf den Punkt: „Qua­li­tät statt Quan­ti­tät: Kau­fe weni­ger, wäh­le dafür gut aus und tra­ge es mög­lichst lan­ge.“ Der wich­tigs­te Hebel ist, die Klei­dung län­ger zu tra­gen, idea­ler­wei­se bis zum Ver­schleiß. Das bedingt eine lang­le­bi­ge Qua­li­tät, ein zeit­lo­ses Design und vor allem, dass man die Klei­dung ger­ne trägt. Der sorg­sa­me Umgang mit Klei­dung, sie zu pfle­gen und zu repa­rie­ren ist die bes­te Form von Nach­hal­tig­keit. Dies soll­te wie­der in Fami­li­en und Schu­len ver­mit­telt wer­den. Statt gleich neue Klei­dung zu kau­fen, soll­te man zunächst schau­en, ob es ein ähn­li­ches Teil auch als Second­hand-Arti­kel gibt. Das spart meist auch Geld. Unge­woll­tes soll­te man tau­schen, umnä­hen oder als Second­hand ver­kau­fen bzw. spen­den. Bewusst ein­kau­fen heißt, jeden ein­zel­nen Kauf zu hin­ter­fra­gen, erst mal eine Run­de um den Block lau­fen oder eine Nacht dar­über schla­fen: Ist das Teil wirk­lich not­wen­dig? Passt das Klei­dungs­stück zum Rest der Gar­de­ro­be? Eine Mög­lich­keit, sei­ne Mode­lust aus­zu­le­ben ohne neue Klei­der zu pro­du­zie­ren, ist Vir­tu­al Fashionz.B. von The Fab­ri­cant. Sie wird ent­we­der als Ava­tar in Games prä­sen­tiert oder als Fil­ter über den eige­nen Fotos (z.B. von Dres­sx) auf Insta­gram, Tik­Tok, etc. als mixed Rea­li­ty viel­fach geteilt. Und schließ­lich wäre ein Ver­bot kos­ten­lo­ser Retou­ren sicher ein Schritt, der viel bewir­ken könn­te.

Hoch­wer­ti­ge­re Mate­ria­li­en die­nen der Erhö­hung der Halt­bar­keit von Klei­dung. Dies ist stark abhän­gig davon, was Mate­ria­li­en kos­ten dür­fen. Effek­tiv ist es, bei bewähr­ten Stan­dard­qua­li­tä­ten anzu­fan­gen, die in gro­ßen Men­gen über vie­le Sai­sons genutzt wer­den. Auch eine ver­pflich­ten­de Nut­zung von Recy­cling-Mate­ria­li­en nach dem Vor­bild der Nie­der­lan­de ist sinn­voll: dort wird für das Jahr 2025 ein Recy­cling­an­teil von 25 Pro­zent vor­ge­schrie­ben. Damit wird ein Markt für Recy­cling-Mate­ria­li­en geschaf­fen. Weni­ger und lang­le­bi­ge­re Klei­dung bedeu­tet im Übri­gen wert­vol­le­re Klei­dung und nicht zwangs­läu­fig sin­ken­de Umsät­ze für Her­stel­ler und Händ­ler. Zudem fal­len weni­ger Trans­por­te an.

Design for Recy­cling. Die Design­pha­se bestimmt laut Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um bis zu 80 Pro­zent der Umwelt­aus­wir­kun­gen eines Pro­dukts. Die Halt­bar­keit, leich­tes Repa­rie­ren und Recy­celn sind wesent­lich beein­flusst von sor­ten­rei­nen Mate­ria­li­en oder der rich­ti­gen Wahl von Ver­zie­run­gen und Auf­dru­cken. Hin­zu kommt, dass alle Kom­po­nen­ten wie Stof­fe, Reis­ver­schlüs­se, Nie­ten, Knöp­fe oder Appli­ka­tio­nen gut getrennt wer­den kön­nen. Das gibt auch Chan­cen für eine neue, spe­zi­fi­sche Ästhe­tik. Design for Rey­cling ist noch vor allem Theo­rie, es gibt bis­lang wenig Wis­sen, Aus- und Fort­bil­dung oder gar Kol­lek­tio­nen. Die EU-Tex­til­stra­te­gie sieht 2024 die Ein­füh­rung ver­bind­li­cher Leis­tungs­an­for­de­run­gen an die öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit von Tex­ti­l­er­zeug­nis­sen vor sowie einen Min­dest­ge­halt an recy­cel­ten Stof­fen.

Dsc
Der Über­kon­sum bedroht nicht nur die Umwelt, son­dern auch die Geschäfts­mo­del­le.

Mehr For­schung: Der For­schungs­be­darf ist enorm. Inbe­son­de­re durch die EU-Tex­til­stra­te­gie, die ver­stärkt auf Faser-zu-Faser-Recy­cling setzt. Wei­te­re The­men sind unter ande­rem Mate­ria­li­en und Kreis­lauf­wirt­schaft, die Ver­mei­dung von Mikro­plas­tik, neue Geschäfts­mo­del­le (digi­ta­le Pro­zes­se, KI-Pro­gnos­tik), aber auch neue Pro­duk­ti­ons­me­tho­den wie z.B. der weit­ge­hend auto­ma­ti­sier­ten Ein­zel­stück­fer­ti­gung mit 3D-Strick.

Bekämp­fung von Green­wa­shing und geschütz­te Sie­gel: All­ge­mei­ne Anga­ben wie „grün“ oder „umwelt­scho­nend“ sind nach der EU-Tex­til­stra­te­gie nur noch erlaubt, wenn eine her­vor­ra­gen­de Umwelt­leis­tung z.B. durch aner­kann­te Umwelt­zei­chen nach­ge­wie­sen wur­de. Frei­wil­li­ge Nach­hal­tig­keits­sie­gel müs­sen sich auf eine Über­prü­fung durch Drit­te stüt­zen oder von Behör­den ver­ge­ben wer­den. Zudem gibt es EU-Min­dest­kri­te­ri­en für Anga­ben wie „kli­ma­neu­tral bis 2030“. 2024 wer­den die Kri­te­ri­en des EU-Umwelt­zei­chens für Tex­ti­li­en und Schu­he über­ar­bei­tet. Zudem prüft die Kom­mis­si­on die Ein­füh­rung eines digi­ta­len Eti­ketts. Das wäre eine gro­ße Hil­fe beim Recy­ling.

Gesetz­li­che Rege­lun­gen: Ähn­lich wie für Ver­pa­ckun­gen, Fahr­zeu­ge, Elek­tro- und Elek­tronik­ge­rä­te plä­die­ren die Ver­bän­de Zukunft Tex­til und BVSE für eine Ent­sor­gungs­ge­bühr im Rah­men der erwei­ter­ten Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung (EPR) nach dem Vor­bild von Frank­reich (seit 2007), Est­land (2015), Bul­ga­ri­en (2021), Ita­li­en (2022), Finn­land, Däne­mark, Schwe­den, Nie­der­lan­de (alle ab 2023) und Por­tu­gal (ab 2025). Auch die EU-Tex­til­stra­te­gie plant sol­che Gebüh­ren. Der umfang­rei­che Maß­nah­men­ka­ta­log der EU-Tex­til­stra­te­gie sieht unter ande­ren vor:
– Ver­bo­te für die Ver­nich­tung unver­kauf­ter Pro­duk­te und von Retou­ren
– Bekämp­fung der Umwelt­ver­schmut­zung durch Mikro­plas­tik
– Anrei­ze und Leit­li­ni­en (2024) für die Kreis­lauf­wirt­schaft, wie Wie­der­ver­wen­dung, Ver­mie­tung, Repa­ra­tur und dem Ein­zel­han­del mit Second­hand­mo­de inkl. Design­kri­te­ri­en sowie Tech­no­lo­gie-Fahr­plan für das Tex­til­re­cy­cling (2022).
– För­de­rung von For­schung und Inves­ti­tio­nen in Inno­va­tio­nen, wie z.B. neu­en bio­ba­sier­ten Tex­til­fa­sern
– Nach­hal­tig­keits­pflich­ten für Unter­neh­men mit mehr als 250 Beschäf­tig­ten und mehr als 40 Mil­lio­nen Euro Umsatz (2023)
– Grenz­über­grei­fen­de Markt­über­wa­chung und Bekämp­fung von Nach­ah­mun­gen (2022)

Haben wir eine Wahl?

Am Ende bedroht der Über­kon­sum nicht nur die Umwelt, son­dern auch vie­le Geschäfts­mo­del­le. „Die glo­ba­le Beklei­dungs­in­dus­trie steht an einem Wen­depunkt, an dem der nach­hal­ti­ge Umgang mit Res­sour­cen über ihre Zukunftsfähig­keit ent­schei­den wird“, sagt Inge­borg Neu­mann, Prä­si­den­tin des Spit­zen­ver­ban­des Tex­til + Mode. Und für den Han­del sind laut dem Insti­tut für Han­dels­for­schung die Fol­gen einer Nachhaltigkeitsorien­tierung gra­vie­ren­der als die Digi­ta­li­sie­rung. „Durch einen Kon­sum­ver­zicht wird die Grund­la­ge des Geschäfts­mo­dells ent­zo­gen. Nach­hal­tig­keit ist also kei­ne Stra­te­gie­op­ti­on, son­dern muss als Fun­da­ment ange­se­hen wer­den.“

Da die Geschäfts­grund­la­ge bedroht ist, müs­sen Inves­to­ren und Auf­sichts­rä­te auf die Trans­for­ma­ti­on des Kern­ge­schäf­tes drän­gen und soll­ten sich nicht wei­ter von Vor­zei­ge­pro­jek­ten blen­den las­sen. Dafür benö­ti­gen sie zwin­gend Sach­ver­stand ent­lang der gesam­ten tex­ti­len Ket­te, um über­haupt die rich­ti­gen Fra­gen stel­len zu kön­nen. Und sie müs­sen die not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen zur Ver­fü­gung stel­len.

Die Her­aus­for­de­run­gen sind so groß, dass wir viel stär­ker in Alter­na­ti­ven den­ken soll­ten. Fatal wäre, wenn wir uns zu früh auf ers­ten Ach­tungs­er­fol­gen aus­ru­hen. Gera­de Medi­en kommt hier eine Ver­ant­wor­tung zu, ers­te For­schungs­er­geb­nis­se nicht als neue Rea­li­tät anzu­kün­di­gen.

Nach sei­ner Leh­re zum Ein­zel­han­dels­kauf­mann und Stu­di­um des Design­ma­nage­ments arbei­tet Joa­chim Schirr­ma­cher seit über 20 Jah­ren als Autor (Style in Pro­gress, Tages­spie­gel, NZZ), Spre­cher (Copen­ha­gen Busi­ness School, Goe­the-Insti­tut, HDS/L) und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ex­per­te für Unter­neh­men sowie Insti­tu­tio­nen wie dem Aus­wär­ti­gen Amt. www.schirrmacher.org

Seit 2004 ver­ant­wor­tet er pro bono den Euro­pean Fashion Award FASH.Fash entwurf instagram fin Die­ser steht 2022 unter dem The­ma „Re:Create Fashion“ und zeich­net erst­mals kei­ne neu­en Mode­de­signs aus, son­dern es gilt, aus Alt­klei­dung neue krea­ti­ve Loo­ks zu schaf­fen. Der FASH wird getra­gen und finan­ziert von der Mes­se Mün­chen, die Soex Grup­pe unter­stützt mit meh­re­ren Ton­nen Alt­tex­ti­li­en und bei der Durch­füh­rung vor Ort. Der euro­pa­weit aus­ge­schrie­be­ne Wett­be­werb ist mit 5.000 Euro dotiert. Infos zu Auf­ga­ben­stel­lung und Anmel­dung gibt es hier. Anmel­de­schluss ist der 15. Juni, Ein­sen­de­schluss der 22. Juni 2022.

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4 Antworten zu “Abwärtsspirale statt Kreislaufwirtschaft

  1. Vie­len Dank für den Hin­weis, ich habe es mir ger­ne ange­schaut. Glück­li­cher­wei­se gibt es die­se Inseln der Hoff­nung, lei­der mit win­zi­gen Men­gen, wie Rapa¬nui sel­ber sagt: “Say hel­lo to the 1%.” Ich war ges­tern wie­der bei Soex in Bit­ter­feld-Wol­fen im größ­ten Sor­tier­werk für Alt­klei­der in Euro­pa um unse­ren Euro­pean Fashion Award FASH vor­zu­be­rei­ten. Die Mas­sen sind über­wäl­ti­gend.
    Ich arbei­te seit mei­ner Zeit bei der Otto Grup­pe Anfang der 90er Jah­re an Sus­taina­bi­li­ty The­men. Ich bin über­zeugt: Wenn die Kon­zer­ne nur ein klei­nes Stück fai­rer und öko­lo­gi­scher han­deln, wür­den es wesent­lich mehr bewir­ken, als wenn die vie­len Klein­un­ter­neh­men hun­dert­pro­zen­tig nach­hal­tig wirt­schaf­ten. Daher die The­se: Das Kernge¬schäft trans­for­mie­ren!

  2. Ich fin­de , dass Sie in vie­len Gesichts­punk­ten recht haben. Aber ich sehe das nicht so düs­ter. Ich woh­ne auf einer klei­nen Insel im Eng­li­schen Kanal, der Isle of Wight. Hier gibt es ein noch klei­nes Unter­neh­men , wel­ches öko­lo­gisch geführt wird. Das Unter­neh­men heißt Rapa­nui. Viel­leicht schau­en Sie mal dar­ein. Die haben inner­halb von 15 Jah­ren eine Tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt, wo alte Kla­mot­ten der Mar­ke wie­der in Gar­ne umge­wan­delt wer­den und dann wie­der neue Sachen pro­du­ziert wer­den kön­nen. Die Qua­li­tät ist sehr gut, die Styles etwas unge­wöhn­lich und ein biss­chen kon­ser­va­tiv. Trotz­dem ein tol­ler Laden. Schaut mal bei Rapa­nui vor­bei!

  3. Zum Einen ist der Wil­le zur Bes­se­rung bei täg­li­chen Insen­tiv­mails an Kun­den der Tex­til­ket­ten unglaub­wür­dig, zum Ande­ren die Pro­ze­de­re mit Rück­ver­sand bei Nicht­ge­fal­len im Ver­drän­gungs­wett­be­werb zu nied­rig­schwel­lig. Ich wür­de nach wie vor mei­ne alten Klei­der, aus den 90ern ein Klei­nes Schwar­zes, UBoot­aus­schnitt, Prime gezwirn­te Vis­ko­se in schwarz, top Näh­te, etwas über knie­lang, schön geschnit­ten nie­mals weg­ge­ben. Die Qua­li­tät müß­te ich heu­te viel teu­rer bezah­len. Da pep­pe ich es modisch mit den Schu­hen, Schmuck, Acces­soirs und ent­spre­chen­den Make up auf. Qua­si wie neu.

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