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Fraser will Hugo Boss 

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Jür­gen Mül­ler

Manch­mal über­holt die Rea­li­tät die Fan­ta­sie. Vor vier Jah­ren hat­te ich in einem Bei­trag spe­ku­liert, dass Mike Ash­ley sei­ne Antei­le an der Hugo Boss AG auf­sto­cken wol­le. Dar­auf­hin rief die Pres­se­stel­le aus Met­zin­gen an, woher ich das denn wis­se. Ich wuss­te es gar nicht. Es han­del­te sich um einen Neben­satz in einem April­scherz, den ich mir gele­gent­lich erlau­be. Boo­mer-Humor halt. Am sel­ben Nach­mit­tag schlu­gen die Bri­ten zu und erhöh­ten ihre Betei­li­gung signi­fi­kant. Es war rei­ner Zufall.

Ich soll­te der PR-Mit­ar­bei­te­rin spä­ter dann noch schrift­lich bestä­ti­gen, dass es sich um einen April­scherz han­del­te. Ich dach­te eigent­lich, das sei offen­sicht­lich; in der abstru­sen "Nach­richt" ging es um Agent Pro­vo­ca­teur-Wäsche für die Bun­des­wehr. Aber bei Insi­der­ge­schäf­ten hört der Spaß halt auf.

Nach­dem die Frasers Group seit Jah­ren in Met­zin­gen zukauft, konn­te es eigent­lich kei­ne Über­ra­schung sein, dass irgend­wann die Schwel­le für das gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Pflicht­an­ge­bot erreicht sein wür­de. Der Vor­stoß sei nicht abge­stimmt gewe­sen, ließ Hugo Boss den­noch etwas pikiert ver­lau­ten. Akti­en­rück­käu­fe zur Kurs­pfle­ge braucht es fürs Ers­te jetzt nicht mehr. So konn­te der Groß­ak­tio­när dem Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den denn auch groß­her­zig das Ver­trau­en aus­spre­chen, das zuvor im Streit um die Divi­den­den­po­li­tik doch so erschüt­tert wor­den war.

Der Zeit­punkt der Fraser-Inter­ven­ti­on ist güns­tig und ungüns­tig zugleich. Der Kon­zern­um­bau in Met­zin­gen läuft auf Hoch­tou­ren. Vie­le Mit­ar­bei­ten­de fin­den sich im Orga­ni­gramm an ande­rer Stel­le wie­der, etli­che müs­sen auch phy­sisch in neue Büros umzie­hen, eini­ge müs­sen gehen. In so einer Situa­ti­on kann der Vor­stand kei­ne wei­te­re Unru­he gebrau­chen.

Dafür mag es fak­tisch kei­nen Grund geben. Denn noch ist nicht raus, ob die ande­ren Aktio­nä­re auf das wenig attrak­ti­ve Ange­bot ein­ge­hen. Und wenn, dann müss­te man sich um das Unter­neh­men Hugo Boss wohl kaum Sor­gen machen. Der Retail-Kon­zern Fraser hat anders als ein rei­ner Finanz­in­ves­tor auch stra­te­gi­sche Inter­es­sen. Was ein mög­li­cher­wei­se ver­än­der­ter Share­hol­der­an­satz für den ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter bedeu­tet, steht indes auf einem ande­ren Blatt.

Güns­tig ist der Zeit­punkt aus Sicht der Frasers Group. Der Akti­en­kurs der Hugo Boss AG hat­te sich zuletzt etwas erholt, liegt aber immer noch um rund 50 Pro­zent unter dem Höchst­stand 2023. Die Leer­ver­käu­fer, die dem Vor­stand seit Mona­ten im Nacken sit­zen, haben ihre Posi­tio­nen jetzt stark redu­ziert. All das spricht dafür, dass der Kurs sich nach oben ent­wi­ckeln könn­te.

Hier tref­fen sich die Inter­es­sen von Aktio­nä­ren und Vor­stand. 2026 mar­kiert für Hugo Boss ein Jahr des Über­gangs. Das Unter­neh­men macht sich fit, um dann 2027 wie­der glän­zen­de Ergeb­nis­se mel­den zu kön­nen. CEO Dani­el Grie­der opti­miert Hugo Boss nicht zuletzt auf sei­nen per­sön­li­chen Exit. Sein Ver­trag läuft im Dezem­ber 2028 aus.

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Und sonst?

…ver­kün­det die Unitex, dass L&T von der Katag zur Zen­tral­re­gu­lie­rung nach Neu-Ulm wech­selt. Übli­cher­wei­se wird sowas nicht in die Öffent­lich­keit getra­gen. Immer­hin hat­te man den Anstand, die Nach­richt nicht vor der Katag-Chef­ta­gung zu ver­kün­den. Dass man das renom­mier­te Unter­neh­men des BTE-Prä­si­den­ten vom Markt­füh­rer los­ei­sen konn­te, ist ein ziem­li­cher hef­ti­ger Tritt vors Schien­bein der Bie­le­fel­der. Die Inter­sport-Con­nec­tion, die Unitex wie L&T haben, dürf­te eine wesent­li­che Rol­le bei der Anbah­nung der Part­ner­schaft gespielt haben.

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…ist Adi­das vor­über­ge­hend das V aus­ge­gan­gen. Des­we­gen konn­te man kei­ne Tri­kots von Undav, Pav­lo­vic und Havertz mehr beflo­cken. Das kann schon mal pas­sie­ren, schließ­lich gehört das V im Deut­schen zu den sel­te­nen Buch­sta­ben (Platz 22 von 26). Nur gut, dass Xhaka, Yunus Mus­ah und Zaire-Eme­ry nicht in Adi­das auf­lau­fen.