PETA macht gegen Wolle mobil. Was halten Sie davon, Gundel Ekeldoort?
Die sollen mal besser eine Daunen-Kampagne machen. Das wäre eher in meinem Interesse.
Zählen Schafe den Tierschützern womöglich mehr als Vögel?
In jedem Fall sind sie besser für Kampagnen geeignet. Wahrscheinlich weil sie knuffiger aussehen und einem nicht auf den Kopf scheissen können.
Jetzt mal im Ernst: Es ist doch wichtig, sich um Tierwohl zu bemühen.
Natürlich. In der Schafzucht bekleckern sich viele tatsächlich nicht mit Ruhm. Lämmern den Arsch aufzureissen, um Fliegenbefall vorzubeugen, ist ungefähr so, wie einen Wald abzuholzen, damit ihn keiner anzünden kann.

Hm.
Aber ausgerechnet bei einer H&M‑Show gegen Wolle zu demonstrieren, zeugt natürlich von Unwissenheit. Der Konzern verarbeitet doch bedeutend mehr Baumwolle und Polyester. Gerade mal ein Prozent ist Wolle! Zudem handelt es sich um RWS-zertifizierte, also Mulesing-freie Ware. Aber Gratulation an PETA für das gelungene Casting! Ohne das 'Wool is bloody cruel'-Schild wäre die bauchfreie Kollegin auf dem Catwalk gar nicht aufgefallen.
"Der Höhenflug von Shein wäre ohne Polyester nicht möglich gewesen"
In London hat man die Protestierenden gewähren lassen. Bei Cos in New York kam es dagegen zu einer Rangelei. Danach musste der CFDA-Chef gehen.
Wo ein Präsident im Weißen Haus MMA-Kämpfe ausrichten lässt, verrohen halt die Sitten. Die Aktivisten können von Glück reden, dass Steven unbewaffnet war.
Und PETA, dass Steven Kolb die Sicherungen durchgebrannt sind.
Einen größeren Gefallen konnte er der Kampagne nicht tun.
Wolle gehört zu den ältesten Textilien der Menschheit. Sie wirkt klimaregulierend, ist natürlich atmungsaktiv und geruchsresistent, langlebig und robust. Als nachwachsender Rohstoff ist sie biologisch abbaubar und recyclebar. Es spricht aus Nachhaltigkeitsgründen doch viel dafür, eher mehr als weniger Wolle einzusetzen, oder?
Ich gebe Ihnen recht. Eine Alternative ist Polyester. Das ist zwar vegan, aber das Mikroplastik, das bei jeder Wäsche freigesetzt wird, landet im Meer und vergiftet die Fische. Das können die Tierschützer auch nicht wollen. Und ob es so sinnvoll ist, ein Material zu forcieren, das aus Erdöl hergestellt wird – einer endlichen Ressource – ist ebenso fraglich. Auch der Höhenflug von Shein & Co wäre ohne das billige Polyester nicht möglich gewesen. Aber Donald Trump hat mit seinem Irankrieg ja jetzt dafür gesorgt, dass auch das teurer wird.
Was ist mit Baumwolle?
Weltweit werden jährlich rund 25 Millionen Tonnen Baumwolle produziert. Das verbraucht 226,5 Billionen Liter Wasser. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der direkte Wasserverbrauch jährlich bei 17,9 Billionen Liter. Damit könnten wir hierzulande alle 1491 Mal im Jahr baden. Viermal am Tag!
Wahnsinn, was Sie alles wissen, Frau Ekeldoort!
Danken Sie ChatGPT!
Was also tun?
Second Hand tragen. Damit schützen sie nicht zuletzt den natürlichen Lebensraum von Kleidermotten.
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