
Vor nicht allzu langer Zeit war Amazon unter den 100 Milliarden-Giganten allein auf weiter Flur. Inzwischen sind etliche, vor allem chinesische Player dazu gekommen, wie Exciting Commerce-Herausgeber und K5-Gründer Jochen Krisch aufzeigte.

„Wir haben den Aufbau der chinesischen Plattformen mit europäischen Steuergeldern subventioniert“, so Tarek Müller. Der AboutYou-Mitgründer glaubt, dass die neuen EU-Zollregeln nicht wirkungslos bleiben werden. „Bei 6 Milliarden Paketen/Jahr kommt da schnell ein zweistelliger Milliardenbetrag an neuen Steuereinnahmen zusammen, der die P&L der Chinesen belasten wird."

„Wir haben in Europa viel zu lange die Entwicklung ignoriert“, warnt Moonie Zhu (eToc Group). „Wir sehen Shein als Billigvertriebskanal und sehen nicht, dass dahinter ein komplett neues, datengetriebenes Betriebssystem steht.“

„Heute ist in China jede Marke auf TikTok-Shop“, sagt Damian Maib (Genuine Commerce).

Huawei-Manager Carsten Senz sieht einen Wandel unter den chinesischen Verbrauchern: „Bis vor drei, vier Jahren haben die Chinesen uns Deutsche bewundert. Das hat sich geändert.“ Heute müsse man den Deutschen raten, von den Chinesen zu lernen.

Shein-Direktorin Christina Fontana promotete den Marketplace von Shein: „Wir wissen, welche Marken die Kunden wollen. Und wir teilen alle Daten realtime mit unseren Marketplace-Partnern.“

Montblanc vertreibt seine Produkte in China über alle relevanten Marktplätze wie WeChat, T‑Mall und TikTok-Shop, so CDO Marie-Theres Mangelsdorf. „Die eigene Website spielt hier als Vertriebskanal praktisch keine Rolle.“

Temu-Experte Ed Sander warnte vor der dritten Welle der chinesischen Plattform, die mit ausgesuchten Suppliern jetzt qualitativ höherwertigere Eigenmarken entwickle. Xinpinmu biete „80% der Qualität von Markenprodukten, koste aber nur 50%.“