„Der Handel braucht wieder ‚echte‘ Einkäufer“, sagt Steffen Jost

„Wir haben es uns in der pseudovertikalen Hängematte ein wenig zu bequem gemacht. (…) Das Sortiment in einem Handelsunternehmen ist mehr als die Addition einzelner Flächenkonzepte. Deshalb müssen wir die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen. Wir brauchen wieder ‚echte‘ Einkäufer.“

Der BTE-Präsident im Interview mit Janine Damm für die aktuelle TW

profashionals

Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

4 thoughts on “„Der Handel braucht wieder ‚echte‘ Einkäufer“, sagt Steffen Jost

  1. ich kann dem nur zustimmen. Der Beruf des Fashion Einkäufers ist zum Markensammler mutiert. Besondere Erfolge erzielte man einst über die besondere kreative „Handschrift“ der jeweilgen Einkäufer. Mode zielgruppengerecht zu inszenieren, Marken zu mixen, Themenwelten zu erschaffen, wurden abgelöst durch standardisierte effiziente Prozesse.
    Gerade durch das Outsourcing der Flächenbewirtschaftungen wurde eine Monotonie in der Handelslandschaft geschaffen, die wesentlich den Frequenzrückgang zu verantworten hat.
    Jede Innenstadt sieht gleich aus, Kette an Kette und die wenigen inhabergeführten Geschäfte vergeben ihre Flächen an die immer gleichen Marken. Alles ist aufgeräumt, messbar und effizient. Bloß keine Verantwortung übernehmen, im Zweifel ist die schlechte Markenkollektion schuld. Die Kunden wollen aber nicht in Marken- Uniformen gekleidet sein, sie wollen sich individuell angesprochen fühlen, von geschicktem Einkauf und entsprechender Flächenpräsentation inspiriert werden. Das alles ist verloren gegangen und damit fehlen inzwischen auch die Einkäufer, die diese Art des Einkaufens noch beherrschen. Woher sollen sie auch kommen, zumal man ihnen jede Art von Eigenkreativität abgewöhnt hat. Wir brauchen wieder vertikal denkende Einkäufer, die von der Auseinandersetzung mit „ihrem“ Kunden über die Selektion der passenden Trends und Kollektionsteile die Flächen bestücken und ja – auch Einfluss haben auf die entsprechende Inszenierung. Der Einzelhandel hat also durchaus Chancen, seine Frequenz wieder zu steigern. Denn im Onlinehandel spielt sich das gleiche Szenario ab. Kaum ein Fashion Onlineshop hebt sich optisch vom anderen ab, überall findet man die gleichen Marken. Emotion und Inszenierung findet man wenig, Individualität schon gar nicht. Alles ist technisch durchgestylt, effizient und messbar – und bald genauso langweilig. Einkäufer machen auch hier nichts weiter als Marken sammeln und im Onlineshop „aufreihen“. Wer das als Kunde nicht mag, wandert ab in die ausländischen Onlineshops, dort bekommt er wenigstens andere Marken und deutlich mehr Innovation.
    Absehbar- eine riesige Chance wiederum für den Stationärhandel, wenn er es denn erkennt.
    Ja, wir brauchen wieder „echte Einkäufer“, mal sehen, wo wir sie herbekommen, denn der Nachwuchs kommt bereits aus der Schule der Entfremdung – vom Kunden und von der Ware.

  2. Lasst mal Quereisteiger mit neuen Ideen und nicht überschulten und vorprogrammierten Ideen ran, wie es die Politik vormacht. Neue Gedanken, neue Wege, einfach mal aus den Reihen, die man ansprechen will. Mehr Kreativität und sich mal was trauen, was noch nicht da war. Traut euch mal was .Und habt nicht als erstes den Gewinn im Sinn, der kommt, wenn das Konzept stimmt.

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