“Der Handel braucht wieder ‘echte’ Einkäufer”, sagt Steffen Jost

“Wir haben es uns in der pseudovertikalen Hängematte ein wenig zu bequem gemacht. (…) Das Sortiment in einem Handelsunternehmen ist mehr als die Addition einzelner Flächenkonzepte. Deshalb müssen wir die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen. Wir brauchen wieder ‘echte’ Einkäufer.”

Der BTE-Prä­si­dent im Inter­view mit Jani­ne Damm für die aktu­el­le TW

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3 Antworten zu ““Der Handel braucht wieder ‘echte’ Einkäufer”, sagt Steffen Jost

  1. Lasst mal Que­rei­stei­ger mit neu­en Ideen und nicht über­schul­ten und vor­pro­gram­mier­ten Ideen ran, wie es die Poli­tik vor­macht. Neue Gedan­ken, neue Wege, ein­fach mal aus den Rei­hen, die man anspre­chen will. Mehr Krea­ti­vi­tät und sich mal was trau­en, was noch nicht da war. Traut euch mal was .Und habt nicht als ers­tes den Gewinn im Sinn, der kommt, wenn das Kon­zept stimmt.

  2. ich kann dem nur zustim­men. Der Beruf des Fashion Ein­käu­fers ist zum Mar­ken­samm­ler mutiert. Beson­de­re Erfol­ge erziel­te man einst über die beson­de­re krea­ti­ve “Hand­schrift” der jeweil­gen Ein­käu­fer. Mode ziel­grup­pen­ge­recht zu insze­nie­ren, Mar­ken zu mixen, The­men­wel­ten zu erschaf­fen, wur­den abge­löst durch stan­dar­di­sier­te effi­zi­en­te Prozesse.
    Gera­de durch das Out­sour­cing der Flä­chen­be­wirt­schaf­tun­gen wur­de eine Mono­to­nie in der Han­dels­land­schaft geschaf­fen, die wesent­lich den Fre­quenz­rück­gang zu ver­ant­wor­ten hat.
    Jede Innen­stadt sieht gleich aus, Ket­te an Ket­te und die weni­gen inha­ber­ge­führ­ten Geschäf­te ver­ge­ben ihre Flä­chen an die immer glei­chen Mar­ken. Alles ist auf­ge­räumt, mess­bar und effi­zi­ent. Bloß kei­ne Ver­ant­wor­tung über­neh­men, im Zwei­fel ist die schlech­te Mar­ken­kol­lek­ti­on schuld. Die Kun­den wol­len aber nicht in Mar­ken- Uni­for­men geklei­det sein, sie wol­len sich indi­vi­du­ell ange­spro­chen füh­len, von geschick­tem Ein­kauf und ent­spre­chen­der Flä­chen­prä­sen­ta­ti­on inspi­riert wer­den. Das alles ist ver­lo­ren gegan­gen und damit feh­len inzwi­schen auch die Ein­käu­fer, die die­se Art des Ein­kau­fens noch beherr­schen. Woher sol­len sie auch kom­men, zumal man ihnen jede Art von Eigen­krea­ti­vi­tät abge­wöhnt hat. Wir brau­chen wie­der ver­ti­kal den­ken­de Ein­käu­fer, die von der Aus­ein­an­der­set­zung mit “ihrem” Kun­den über die Selek­ti­on der pas­sen­den Trends und Kol­lek­ti­ons­tei­le die Flä­chen bestü­cken und ja – auch Ein­fluss haben auf die ent­spre­chen­de Insze­nie­rung. Der Ein­zel­han­del hat also durch­aus Chan­cen, sei­ne Fre­quenz wie­der zu stei­gern. Denn im Online­han­del spielt sich das glei­che Sze­na­rio ab. Kaum ein Fashion Online­shop hebt sich optisch vom ande­ren ab, über­all fin­det man die glei­chen Mar­ken. Emo­ti­on und Insze­nie­rung fin­det man wenig, Indi­vi­dua­li­tät schon gar nicht. Alles ist tech­nisch durch­ge­stylt, effi­zi­ent und mess­bar – und bald genau­so lang­wei­lig. Ein­käu­fer machen auch hier nichts wei­ter als Mar­ken sam­meln und im Online­shop “auf­rei­hen”. Wer das als Kun­de nicht mag, wan­dert ab in die aus­län­di­schen Online­shops, dort bekommt er wenigs­tens ande­re Mar­ken und deut­lich mehr Innovation.
    Abseh­bar- eine rie­si­ge Chan­ce wie­der­um für den Sta­tio­när­han­del, wenn er es denn erkennt.
    Ja, wir brau­chen wie­der “ech­te Ein­käu­fer”, mal sehen, wo wir sie her­be­kom­men, denn der Nach­wuchs kommt bereits aus der Schu­le der Ent­frem­dung – vom Kun­den und von der Ware.

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