@GDI (1): “Retailing is essential. Retailers are not.”

Die 64. Inter­na­tio­na­le Han­dels­ta­gung des GDI war erneut ein so infor­ma­ti­ves wie inspi­rie­ren­des Forum für inno­va­ti­ve Ent­wick­lun­gen im glo­ba­len Ein­zel­han­del. Ein­drü­cke vom Podium:

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GDI-CEO David Boss­hart über

…Läden: “Läden sind eine his­to­ri­sche Zufäl­lig­keit. In Afri­ka sind die Ver­hält­nis­se so, dass es kei­ne Läden braucht. (…) Retail­ing  is essen­ti­al, Retailers are not.”

…Smart­pho­nes: “Es gibt kein Lebe­we­sen, das so viel über Sie weiß, wie Ihr Gerät.”

…Wohn­trends: “Wer braucht noch ein Wohn­zim­mer? Da steht doch nur der Fern­se­her. Fern­se­hen ist für Verlierer.”

…Gewin­ner: “Die Ama­zons und Goo­g­les sind Spiel­ver­der­ber. Sie zwin­gen die ande­ren in eine Zuschauerrolle.”

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Der ehe­ma­li­ge IBM-CTO Gun­ter Dueck ist heu­te als Buch­au­tor und Vor­trags­red­ner unter­wegs: “Ich muss immer Vor­trä­ge hal­ten zu ‘Fluch und Segen des Inter­nets’. Mei­ne Bot­schaft ist dann immer: Das Inter­net geht nicht mehr weg.” Inno­va­ti­on ver­lau­fe immer nach dem glei­chen Sche­ma: “Erst lachen sie. Dann kämp­fen sie. Dann ist alles ganz nor­mal.” Der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del dür­fe sich nichts vor­ma­chen, was das The­ma Bera­tungs­qua­li­tät ange­he: “Wenn Sie über­le­ben wol­len, dann müs­sen Ihre Leu­te zehn­mal bes­ser aus­ge­bil­det sein als heu­te. Die Kun­den kom­men schon gesurft!” Sie kämen nur noch bei rich­tig schwie­ri­gen Fäl­len in den Laden, so Dueck. So wie sie nur noch Ärz­te und Rechts­an­wäl­te kon­sul­tie­ren, wenn ihnen das Netz nicht mehr wei­ter­hilft. “Aber Ihre Mit­ar­bei­ter kön­nen da meis­tens nicht mit­hal­ten. Weil sie Min­dest­lohn bekommen.”

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Mar­ti­na Küh­ne stell­te die neu­es­te GDI-Stu­die zur “Zukunft des Luxus” vor. In der Senio­ri­täts­pha­se des Luxus sei weni­ger mehr, gehe es um Sinn­su­che und Hin­ga­be, um Genuß und Muße. Von der Ver­schwen­dung zur Ver­schlich­te­rung. Von Sta­tus­sym­bo­len zu Skills. Vom Life­style zum Deathstyle. “Wer mit allem ver­sorgt ist, sehnt sich nach dem Nichts.”

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Man soll­te auf­hö­ren, auf Big Data zu hören und statt des­sen auf Krea­ti­vi­tät set­zen, sag­te Byro­nes­que-Grün­de­rin Gill Lin­ton. Sonst gebe es kei­nen Fort­schritt, son­dern immer mehr vom sel­ben. “Das Inter­net hat uns Zugang zu Mehr gege­ben. Nicht zu Besserem.”

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Out­fit­te­ry-Grün­de­rin Anna Alex erklär­te das Erfolgs­kon­zept von cura­ted shop­ping: Vie­le Män­ner mögen weder das Ein­kau­fen in Ein­zel­han­dels­ge­schäf­ten noch das Stö­bern in Online Shops. “Wir ver­bin­den das Bes­te aus bei­den Wel­ten: Per­sön­li­che Bera­tung und die Bequem­lich­keit des Online Shopping.”

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Ning Li, der Grün­der von Made.com, erklär­te das phä­no­me­nal erfolg­rei­che Geschäfts­mo­dell des ver­ti­ka­len Online-Möbel­händ­lers, der in nur vier Jah­ren auf 200 Mil­lio­nen Umsatz gewach­sen ist und dem­nächst auch in Deutsch­land star­tet. Beson­ders pfif­fig: Das Mar­ke­ting­tool Social Show­room. Dort laden die Kun­den Fotos aus ihren Woh­nun­gen mit Made-com-Möbeln hoch. Auf einer Kar­te wer­den die Stand­or­te ange­zeigt. Kauf­in­ter­es­sen­ten kön­nen Kon­takt auf­neh­men und – sofern gewünscht – zum Kaf­fee und Begut­ach­ten des Möbels vor­bei­kom­men, bevor sie es bei Made.com bestellen.

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Für Rewes Chief Digi­tal Offi­cer Jean-Jac­ques van Oos­ten steht fest, dass künf­tig auch Lebens­mit­tel online ver­kauft wer­den: “Wir müs­sen schnell sein! In mei­nem Team ist eine Woche wie ein Jahr im nor­ma­len Business.”

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Möven­pick-CEO Oli­ver Alt­herr leg­te dar, dass die Gas­tro­no­mie als eine der weni­gen Bran­chen nicht vom Digi­tal­boom betrof­fen ist, zumin­dest nicht unmit­tel­bar. “Man isst, wo man ist.”

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Seit das Noma in Kopen­ha­gen zum welt­bes­ten Restau­rant gekürt wur­de, ver­zeich­net Claus Mey­er 700.000 Reser­vie­run­gen im Jahr, davor waren es 100.000: “Wir beschäf­ti­gen eine Per­son, die den gan­zen Tag Nein sagen muss.” Der Noma-Grün­der hat bis 2008 kein Geld ver­dient. “Um etwas Groß­ar­ti­ges zu schaf­fen, war ich immer bereit, auf Pro­fi­te zu verzichten.”

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Wenn es nach Sta­le Okland geht, soll­ten sich Unter­neh­mer eine Schei­be bei Rock­stars abschnei­den. Der nor­we­gi­sche Autor und Trend­for­scher ist über Mona­te mit diver­sen Rock­bands auf Tour gegan­gen und hat jetzt ein Buch über die Par­al­le­len zwi­schen deren Arbeit und ande­rer Unter­neh­men geschrie­ben. “Da geht es nicht ums Geld. Son­dern dar­um, einen Traum zu leben.”

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Vor zehn Jah­ren gab es bei Ikea nur 4% weib­li­che Füh­rungs­kräf­te, erläu­ter­te Simo­na Scar­pa­leg­gia, die Schweiz-Geschäfts­füh­re­rin von Ikea. Heu­te sind 47% der Top 200 Frau­en. Die Diver­si­ty-Stra­te­gie sei eine Vor­aus­set­zung für Inno­va­ti­on. “Wir müs­sen nicht här­ter arbei­ten. Wir müs­sen bes­ser zusammenarbeiten.”

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“Was macht wirk­lich den Unter­schied im Wett­be­werb aus?” frag­te Alex­an­dra Grahé von H&M. “Die Men­schen, die für uns arbei­ten und die für uns brennen.”

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Deben­hams-Mar­ke­ting-Chef Richard Cris­to­fo­li: “Ein­zel­händ­ler waren zu jeder Zeit davon über­zeugt, dass sie es mit dem schwie­rigs­ten Markt über­haupt zu tun haben.“Bilder

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