Online handeln (4): Der Sargnagel für den Land-Handel

Das Inter­net begüns­tigt die Zen­tra­li­sie­rung. Online Retail­ing bedeu­tet zusätz­li­che Kon­kur­renz ins­be­son­de­re für den Ein­zel­han­del in Klein­städ­ten und auf dem Land. Es ist heu­te schon so, dass die­se Stand­or­te beson­ders vom Ver­drän­gungs­wett­be­werb bedroht sind, und die Kun­den, wenn sie denn Beklei­dung suchen, in die Städ­te und Ein­kaufs­zen­tren fah­ren, wo es ein brei­tes Ange­bot und ein ganz ande­res Ein­kaufs­er­leb­nis gibt. Das Brot und But­ter-Geschäft mit Beklei­dungs­pro­duk­ten des täg­li­chen Bedarfs wie Wäsche, Strümp­fen oder Kin­der­be­klei­dung haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Lebens­mit­tel- und Dro­ge­rie­märk­te und  Dis­coun­ter wie Kik und Ern­stings Fami­ly über­nom­men. Das hat dem klei­nen Mode­haus Mus­ter­mann das Über­le­ben bis­lang schon schwer genug gemacht. Die Web­shops haben das Zeug zum neu­en Nah­ver­sor­ger und könn­ten damit end­gül­tig zum Sarg­na­gel für den Land-Han­del wer­den. In jedem Fall machen sie den Markt für die dor­ti­gen Unter­neh­men noch enger.

Aber auch die Cities sind betrof­fen. Denn es gibt künf­tig kei­nen Grund mehr, für ein S.Oliver-T-Shirt oder eine Hand­ta­sche von Lou­is Vuit­ton in die Stadt zu fah­ren. Die Innen­städ­te kön­nen immer­hin mit Erleb­nis, mit Auf­ent­halts­qua­li­tät und sozia­len Kon­tak­ten punkten.

Die Ver­kaufs­flä­chen­ex­plo­si­on durch die vie­len neu­en Ein­kaufs­zen­tren, die seit den 90er Jah­ren in Deutsch­land ent­stan­den sind, ist einer der gro­ßen Auf­re­ger in vie­len Bran­chen­dis­kus­sio­nen. An den betrof­fe­nen Stand­or­ten läuft der Han­del meist Sturm gegen ent­spre­chen­de Pro­jek­te. Die brin­gen nicht nur neue Kon­kur­renz, son­dern ent­wer­ten auch vor­han­de­nes Immo­bi­li­en­ei­gen­tum und gefähr­den damit die Finan­zie­rung der Unternehmen.

Die Kon­kur­renz aus dem Inter­net ist dage­gen unsicht­bar, und die Ein­zel­händ­ler kön­nen nur mut­ma­ßen, wie­viel Umsatz sie an PCs und Smart­pho­nes abge­ben. Man müss­te mal aus­rech­nen, wie­vie­le Qua­drat­me­ter in den ver­gan­ge­nen Jah­res im World Wide Web ent­stan­den sind. Ähn­lich wie die Ein­kaufs­zen­tren, die von finanz­star­ken Inves­to­ren viel­fach ohne Rück­sicht auf loka­le Nach­fra­ge- und Ange­bots­struk­tu­ren in den Markt gedrückt wur­den, wer­den auch Online-Anbie­ter wie Zalan­do als unfai­re Wett­be­wer­ber wahr­ge­nom­men. Denn min­des­tens so sehr wie um Schu­he und Ober­be­klei­dung geht es hier um einen mög­lichst schnel­len und pro­fi­ta­blen Exit. Und damit Markt­an­tei­le um jeden Preis.

Fol­ge 1: Was, wenn es ein­mal 50% sind?

Fol­ge 2: Neue Nach­barn im Glo­bal Village

Fol­ge 3: Der Preis ist heiß

Fol­ge 4: Der Sarg­na­gel für den Land-Handel

Fol­ge 5:  Der Gene­ra­list gewinnt. Die Spe­zia­lis­ten auch.

Fol­ge 6: Vom Wett­be­werb auf den ‑Stu­fen zur Kon­kur­renz der Wertschöpfungsketten

Fol­ge 7: Com­mer­ce, Con­tent und Com­mu­ni­ty sind die Innovationstreiber

(Foto: Goog­le-Daten­cen­ter)

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