Grüne Woche in New York, Mailand und Paris

IMG_0469Sel­ten fand grü­ne Mode eine sol­che Auf­merk­sam­keit. Es geht hier nicht um Gre­ta Thun­bergs Blu­se, die sie bei ihrem Wut­aus­bruch die­se Woche in New York anhat­te. Abge­se­hen davon, dass die­se Pink war, weiß man nach Gre­tas Auf­tritt nicht mehr, wovor man mehr Angst haben muss: vor dem Kli­ma­wan­del oder vor der 16jährigen Schwedin.

Nein, die Rede ist natür­lich von Jen­ni­fer Lopez’ grü­nem Ver­sace-Kleid. Die Fotos aus Mai­land dürf­te inzwi­schen jeder gese­hen haben. Da konn­te medi­al auch der Zwangsjacken-‘Skandal” nicht mit­hal­ten, der Ales­san­dro Miche­les sti­lis­ti­sche Auf­räum­ak­ti­on bei Guc­ci bei­na­he über­deck­te. Und dass Hugo Boss einen sehr schö­nen Auf­tritt hat­te, geriet eben­falls zur Randnotiz.

Die Wie­der­auf­la­ge des 20 Jah­re alten Jung­le Dress war eine kon­zer­tier­te Akti­on von Ver­sace, Goog­le und Jen­ni­fer Lopez, die der­zeit ihren Kino­film “Hust­lers” zu pro­mo­ten hat. Es sei dar­um gegan­gen, einen wich­ti­gen Mei­len­stein gemein­sam zu fei­ern, säu­sel­te Dona­tel­la Ver­sace in einer E‑Mail an BoF. Angeb­lich hat Lopez’ sei­ner­zei­ti­ger Gram­my-Auf­tritt Goog­le zur Ent­wick­lung sei­ner Bil­der­su­che inspi­riert. Wes­halb der Such­ma­schi­nen­kon­zern qua­si als klei­nes Dan­ke­schön ein paar Gim­micks zur Mai­län­der Schau bei­steu­er­te. So geht heu­te Storytelling.

Und irgend­wie schaff­te es Dona­tel­la auch noch, eine Brü­cke zum The­ma Nach­hal­tig­keit zu schla­gen. Denn was sei zeit­lo­ses Design denn ande­res als nach­hal­tig? Die Mode wer­de im Moment wegen ihrer Weg­werf­kul­tur ange­grif­fen, so Ver­sace. “Nun, die­ses Kleid ist 20 Jah­re alt. Mode ist etwas Dau­er­haf­tes. Sie gehört nicht der Ver­gan­gen­heit an, son­dern kann immer wie­der neu inter­pre­tiert werden.“

Fehl­te nur noch, dass J.Lo mit dem Schiff nach Ita­li­en gereist ist.

Auch ande­re Grö­ßen der Luxus­in­dus­trie äußer­ten sich aus aktu­el­lem Anlass. Kering wol­le über die gesam­te Lie­fer­ket­te kli­ma­neu­tral wer­den, ver­kün­de­te CEO Fran­cois-Hen­ri Pin­ault. Der Kon­zern wer­de sei­ne Treib­haus­emis­sio­nen durch Auf­fors­tungs­in­itia­ti­ven kom­pen­sie­ren. Wer etwas für die Umwelt tun möch­te, kauft also am bes­ten Gucci-Sneaker.

Ber­nard Arnault dage­gen wag­te es, Gre­ta zu wider­spre­chen. „Mei­ner Mei­nung nach sind ihre Ansich­ten für jun­ge Men­schen demo­ra­li­sie­rend”, sag­te er laut TW die­se Woche auf dem Nach­hal­tig­keits­gip­fel von LVMH. Jahr­zehn­te des wirt­schaft­li­chen Wachs­tums hät­ten vie­len Men­schen den Weg aus der Armut geeb­net. Sie leb­ten dadurch nicht nur bes­ser, son­dern auch gesün­der: „Wenn wir nicht zurück­fal­len wol­len, müs­sen wir wachsen.“

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