Was Ronald van der Vis mit Esprit vorhat

Seit 1. Novem­ber ist Ronald van der Vis neu­er CEO bei Esprit. Heu­te hat er sein ers­tes Inter­view gege­ben. Mei­ne Kol­le­gin Anja Pro­be und ich tra­fen in Ratin­gen auf einen elo­quen­ten und zugleich kon­zen­trier­ten Mana­ger, der auf jede Fra­ge eine prä­zi­se Ant­wort hat­te. Die Road Show bei inter­na­tio­na­len Ana­lys­ten, die er gera­de absol­viert hat, war ein gutes Trai­ning. Man merkt zudem, dass er viel Zeit mit dem lang­jäh­ri­gen CEO und heu­ti­gen Exe­cu­ti­ve Chair­man Heinz Kro­gner ver­bracht hat. Inhalt­lich schei­nen die bei­den auf einer Wel­len­län­ge zu sein. Dies zu beto­nen, dürf­te ihm nach dem für das Esprit-Manage­ment wenig schmei­chel­haf­ten Bericht im Mana­ger Maga­zin auch ein Anlie­gen gewe­sen sein.

Der jugend­lich wir­ken­de 41-Jäh­ri­ge (oder ist er schon 42?) passt mit sei­ner posi­ti­ven Aus­strah­lung gut zur Mar­ke Esprit. Van der Vis war zuvor Group CEO beim Opti­ker-Rie­sen Pear­le (u.a. Apol­lo Optik). Ob die­se Her­kunft und die feh­len­de Erfah­rung im Mode­busi­ness ein Pro­blem wird oder viel­leicht sogar ein Vor­teil ist, wird man sehen. Obwohl der Nie­der­län­der zehn Jah­re in Deutsch­land gelebt hat, bevor­zugt er Eng­lisch als Umgangs­spra­che. Er will das auch als Signal in das Unter­neh­men ver­stan­den wis­sen, das zwar einen glo­ba­len Mar­ken­an­spruch hat, fak­tisch aber immer noch knapp 80% sei­nes Geschäfts in Euro­pa mit Schwer­punkt Deutsch­land macht. 

Nicht nur in punc­to Inter­na­tio­na­li­sie­rung gibt es bei Esprit Hand­lungs­be­darf. Das Inter­view in der über­nächs­ten Aus­ga­be der TW dürf­te des­halb lesens­wert sein.

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