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Stilfragen um Prada, Karstadt, Rath und Dobrindt

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“Dan­dy oder Dorf­dis­co” fragt sich das Mana­ger-Maga­zin beim Anblick von Alex­an­der Dob­rindts Schuh­werk. Der Minis­ter für Fern­stra­ßen und Daten­au­to­bahn wur­de in ocker­gol­de­nen Snea­kers zum Anzug gesich­tet. Was natür­lich reich­lich Häme im Netz nach sich zog. Dob­rindt wol­le zei­gen, dass er sowohl chic als auch cool kann, mut­maßt die mm-Autorin. Wahr­schein­lich woll­te der CSU-Mann ein­fach nur von der schlech­ten Poli­tik der Gro­ßen Koali­ti­on ablenken.

Ansons­ten hät­te er Tho­mas Rath fra­gen sol­len. Der schwingt sich jetzt zum Stil­be­ra­ter beim Tele­shop­ping-Sen­der QVC auf und bringt ab 15. Mai sei­ne Exklu­siv­li­nie Thom auf die Bild­schir­me. „Ich möch­te Frau­en dabei hel­fen, das für sie per­fek­te Out­fit zu fin­den.“ Klingt ganz nach Shop­ping Queen, und es Gui­do Maria Kret­schmer und Harald Glööck­ler nach­ma­chen zu wol­len, ist auch ganz bestimmt kei­ne Schan­de. Denn die bei­den sind – trau­rig aber wahr­schein­lich wahr – nach Karl Lager­feld die kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­ten deut­schen Modedesigner. 

Wo wir über Stil­fra­gen reden: „Ich habe kei­nen weib­li­chen Füh­rungs­stil, son­dern den Eva Lot­ta-Stil“, erklär­te Eva-Lot­ta Sjös­tedt im Inter­view mit Bild am Sonn­tag. Dazu gehört, die Mit­ar­bei­ter Kar­stadt neu erfin­den zu las­sen. Das ist schon mal ziem­lich ele­gant. Denn wenn das Manage­ment selbst kei­ne Ideen ent­wi­ckelt, kann der Betriebs­rat die­se auch nicht mehr so leicht tor­pe­die­ren. Von einer Frau­en-Quo­te hält Sjös­tedt im Übri­gen nichts. Wenn es aber zwei gleich gute Kan­di­da­ten für eine Posi­ti­on gibt, „dann wür­de ich die Frau neh­men.“ Ist das eigent­lich mit der Anti­dis­kri­mie­rungs­richt­li­nie vereinbar?

Und wer hät­te gedacht, dass aus­ge­rech­net Miuc­cia Pra­da jemand ande­rem das Design ihrer Pro­duk­te über­las­sen wür­de? Und dann auch noch Ama­teu­ren? Die­se Woche durf­te man als Pra­da-Kun­de an der Lon­do­ner Sloa­ne Street sei­ne Schu­he selbst gestal­ten, diver­se Model­le, Mate­ria­li­en, Far­ben und Absatz­for­men kom­bi­nie­ren und sogar sei­ne Initia­len unter das Pra­da-Logo auf der Soh­le set­zen las­sen. Jim­my Choo will das im Mai prompt nach­ma­chen. Das ist eine Schnaps­idee, die womög­lich die PR-Abtei­lung aus­ge­tüf­telt hat. Denn eine Desi­gner-Kol­lek­ti­on ist eben gera­de kein Wunsch­kon­zert! Wie­vie­le Kun­den sich ihre Schlap­pen selbst kon­fi­gu­riert haben, ist nicht bekannt. Fehl­te nur noch, dass in Ber­lin dem­nächst ein Minis­ter mit A.D.-Pradas herumläuft.