Passiert: Gottseidank nicht die Frauenquote

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Wenn ich heute Zeit hätte, würde ich mich ja zur Frauenquote auslassen.

Über den Umstand, dass im Modebusiness weit mehr Frauen als Männer arbeiten, mit Ausnahme der Chefetagen.

Über die Tatsache, dass die Zahl der Frauen in Führungspositionen in der Branche zunimmt, und demografische und nicht zuletzt ökonomische Gründe dafür sprechen, dass es künftig auch ohne Quote mehr werden.

Über die je nach Standpunkt clevere oder den Wähler für dumm verkaufende Symbolpolitik der CDU, die eine Frauenquote befürwortet, aber nur für Aufsichtsräte, erst im Jahr 2020 und auch nur als Absichtserklärung im Parteiprogramm, also eigentlich gar nicht.

Über die Quoten-Befürworter, die mit einer Vorschrift am Symptom herumdoktern, statt sich um die Ursachen zu kümmern, denn tatsächlich ist der niedrige Anteil von Frauen in Führungspositionen doch nur die Folge einer verfehlten Familienpolitik, die viel zu wenig für die Kinderbetreuung tut und die Frauen statt dessen mit finanziellen Anreizen aus dem Berufsleben lockt.

Über die skandalöse Ungerechtigkeit, das Geschlecht im Zweifel vor die Qualifikation stellen und damit eine Diskriminierung von Männern zulassen zu wollen.

Über die in Talkshows gerne kolportierten Verschwörungstheorien, Männerbündnisse verhinderten den Aufstieg von Frauen und den gleichzeitigen Versuch, den Gesetzgeber für das eigene Fortkommen einzuspannen.

Über einen weiteren Eingriff des Staates in die unternehmerische Freiheit, der schon aus grundsätzlichen Motiven abzulehnen ist.

Über eine nervige Diskussion, die von den die Menschen wirklich betreffenden Problemen wie etwa der Bewältigung der Euro-Krise ablenkt.

Aber ich habe heute leider keine Zeit.

Bitte lesen Sie dazu auch:

Die Frauen vom Forum

Die Jungs vom YPD

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profashionals

Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

7 thoughts on “Passiert: Gottseidank nicht die Frauenquote

  1. Schade dass Sie heute keine Zeit haben. Ist aber vielleicht besser so.
    Gar nicht auszudenken was Ihnen sonst zu diesem Thema eingefallen wäre…
    Bleibt mir also nur bis 2020 zu warten.
    Vielleicht.

  2. Bei dem Thema nehme ich mir gerne Zeit:

    Wo sind die Frauen im Aufsichtsrat un in den meisten Vorständen, die keine Kinder haben?
    Also nicht nur ein Thema der Kinderbetreuung!

    Warum sollten die Männer freiwillig Ihre „Clubs“ sprengen? Ist doch sol viel „intimer“
    Also ohne Quote keine Chancen!

    Wieviel Qualifikation und Leistung sollen die Frauen noch erbringen?

    Noch nicht mal in der Modebranche ist die Stimme der Frauen in diesen Etagen gefragt.

    Die Frauen könnten ja eine andere Meinung haben 😉 Da muss man ja zuhören und weiter denken.

    Entschuldigung, aber das Thema bringt mich auf die Palme! Ob die Quote hilft oder nicht.. Aber es muss dringend etwas passieren. Da sind andere Länder viel weiter und erfolgreicher.

    Gemeinsam wird auch unsere Wirtschaft stärker!!!

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