Hertie kommt zurück. Nike Town macht dicht. Neue Chefs bei Esprit, Marc O’Polo und Basler. Reich mit Zara. Schick mit Pussy Riot.

Schluss mit dem Feri­en­pro­gramm, ein schnel­ler Blick in inter­es­san­te Schlag­zei­len der ers­ten August-Hälfte:

Jan und Nils Klö­ker wol­len Her­tie wie­der­be­le­ben. Im Inter­net. Zumin­dest lie­ßen die bei­den mal einen ent­spre­chen­den Bal­lon stei­gen. Und fan­den sich prompt in etli­chen Medi­en wider. Ob das so eine gute Idee ist? Bekannt­heit ist nicht alles. Eine abge­wirt­schaf­te­te Kauf­haus-Mar­ke wie Her­tie wird nicht moder­ner, wenn das Logo aus­sieht wie das von Ebay. Das „.de“ hat Necker­mann auch nicht vor dem Absturz bewahrt.

Nike schließt Nike Town in Ber­lin, „als Bestand­teil von Nikes glo­ba­ler Wachs­tums-Stra­te­gie“. Eine schö­ne­re Begrün­dung für eine Geschäfts­auf­ga­be hat man nicht gehört, seit­dem Wolf­gang Joop sei­ne Pots­da­mer Wun­der­kind-Vil­la zum Ver­kauf gestellt hat mit der Begrün­dung, die Räum­lich­kei­ten sei­en der Fir­ma schon lan­ge zu eng gewor­den. Jetzt will Nike mit Fran­chise-Part­nern wach­sen. Die­se Ein­zel­händ­ler ste­hen sicher Schlan­ge, nach­dem die Ame­ri­ka­ner ihre eige­nen Läden in Deutsch­land nicht zum Lau­fen gebracht hatten.

Dann zeig­te sich in Russ­land das heis­ses­te Acces­soire die­ses Sommers:

Und schließ­lich gab es noch ein paar span­nen­de Personalien:

Jose Manu­el Mar­ti­nez Gutier­rez heißt der neue Chef von Esprit. Nach­dem Ronald van der Vis im Juni sei­nen Abschied ver­kün­de­te, muss­te eine schnel­le Lösung her. Bei Inditex war man an der rich­ti­gen Adres­se. Die Bör­se hat das beein­druckt, die Han­dels­kun­den reagie­ren eher skep­tisch. Der Spa­ni­er spricht kein Deutsch (obwohl Esprit immer noch über die Hälf­te sei­nes Geschäfts im deutsch­spra­chi­gen Raum macht), und er hat sich bis­lang auch noch nicht mit Who­le­sa­le-Kun­den her­um­schla­gen müs­sen (die rund 40% des Esprit-Umsat­zes und 100% des Ertrags lie­fern). Unter Heinz Kro­gner hieß die Devi­se in Ratin­gen „Gemein­sam sind wir Zara“, erin­ner­te Anja Pro­be in der TW. Jetzt sieht es so aus, als wol­le Esprit „Allein Zara“ wer­den. Las­sen wir uns überraschen.

Mar­ti­nez‘ Ex-Chef, Inditex-Grün­der Aman­cio Orte­ga ist indes zum dritt­reichs­ten Mann der Welt auf­ge­stie­gen, nach Car­los Slim und Bill Gates. Der Bloom­berg Bil­lion­aires Index taxiert ihn auf 47,4 Mrd. Dol­lar. Was ins­be­son­de­re mit dem Höhen­flug der Inditex-Aktie zu tun hat. Der gera­de erschie­ne­ne Geschäfts­be­richt gibt Ein­blick in eine nach wie vor unfass­ba­re Erfolgs­ge­schich­te. Mit dem Net­to­ge­winn aus dem ver­gan­ge­nen Geschäfts­jahr von annä­hernd 2 Mrd. Euro lässt sich künf­tig noch mehr anfan­gen. Spa­ni­en mag in der Kri­se ste­cken. Sport­lich und modisch spielt das Land zur­zeit in der Weltspitze.

Alex­an­der Gedat ist neu­er CEO von Marc O’Polo. Nach 17 Jah­ren im Unter­neh­men und neun Jah­ren im Vor­stand. Eine gute Ent­schei­dung von Marc O’Polo-Mehrheitseigner Wer­ner Böck. Und allem bis­he­ri­gen Anschein nach ein posi­ti­ves Bei­spiel für eine gelun­ge­ne, weil lang­fris­tig ein­ge­lei­te­te Unter­neh­mens­nach­fol­ge. Die Per­so­na­lie wird die Sta­tik im Marc O’Polo-Vorstand ver­än­dern. Aber das wäre auch mit einer exter­nen Beru­fung passiert.

Rei­ner Unkel wird Boss bei Bas­ler. Nach einer lupen­rei­nen Ein­zel­han­dels-Kar­rie­re mit Sta­tio­nen bei Bre­u­n­in­ger, Lud­wig Beck und Dou­glas wech­selt der 54jährige in die Indus­trie. Die – und auch das signa­li­siert die Per­so­na­lie – mit Voll­dampf auf dem Weg ins Retail Busi­ness ist. Dort lie­gen die Wachs­tums­per­spek­ti­ven, die Finanz­in­ves­tor Tri­ton einem Bas­ler-Über­neh­mer ver­kau­fen möchte.

Und schließ­lich, weil’s so schön war, Adi­das’ Andenken an Olympia:

https://www.youtube.com/watch?v=aYtpL5YhWOQ

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