Passiert large

Neues aus den Kanälen

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Jür­gen Müller

Mon­tag, 10. Mai. Zwei Mel­dun­gen am sel­ben Tag, die die gewal­ti­ge Kanal­ver­schie­bung im Ein­zel­han­del illus­trie­ren: Ein­kaufs­zen­tren­be­trei­ber ECE muss­te im ver­gan­ge­nen Jahr auf 150 Mil­lio­nen Euro Miet­erträ­ge ver­zich­ten: „Die Pan­de­mie ist ein ech­ter Schock für das Sys­tem,“ so Alex­an­der Otto im Han­dels­blatt. Im sel­ben Jahr haben die Zalan­do-Vor­stän­de laut Ver­gü­tungs­be­richt ins­ge­samt 130 Mil­lio­nen Euro ver­dient. Das rasan­te Online-Wachs­tum zahlt sich aus.

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Zara ver­treibt Über­hän­ge über Veepee. Und Lidl ver­ramscht Marc O’Polo-Shirts zum hal­ben Preis, offen­bar Grau­markt­wa­re. Das wer­den nicht die letz­ten Nach­rich­ten die­ser Art gewe­sen sein. Der Markt lei­det an aku­ter Waren-Ver­stop­fung, die Unter­neh­men nut­zen alle zur Ver­fü­gung ste­hen­den Abführmittel.

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Mitt­woch, 12. Mai. Auch Stef­fen Schraut wech­selt den Kanal: Der Desi­gner wen­det sich vom Fach­han­del ab und ver­kauft künf­tig nur noch über QVC. „Luxus ist, es anders zu machen“, so Schraut gegen­über der TW. Was nicht aus­schließt, dass die vor­geb­li­che Desi­gner­mar­ke bei QVC künf­tig in kom­mer­zi­el­len Preis­la­gen zu haben sein wird. Für Schraut war Mode nie Kunst oder Selbst­ver­wirk­li­chung, son­dern zum Geld­ver­die­nen da. Was ja nicht ver­kehrt ist. Ein klei­ner Coup ist der Deal auch für QVC. Der Tele­shop­ping-Kanal mit Deutsch­land-Sitz in Düs­sel­dorf hat bereits eine gan­ze Rei­he Desi­gner im Pro­gramm, dar­un­ter Tho­mas Rath und Dawid Tomas­zew­ski. Die­se Koope­ra­tio­nen steu­ern nach eige­nen Anga­ben rund 60% zum Mode-Umsatz von QVC bei. Es ist nicht ohne Iro­nie: Wäh­rend man sich in Ber­lin immer noch als Sprung­brett für deut­sche Desi­gner geriert, wur­de in Düs­sel­dorf längst eine ganz ande­re, aber kom­mer­zi­ell funk­tio­nie­ren­de Platt­form gebaut.

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Don­ners­tag, 13. Mai. Jeff Bezos hat ein Pro­blem gelöst. Weil sei­ne geplan­te 127-Meter-Jacht drei Mas­ten und des­we­gen kei­nen Hub­schrau­ber­lan­de­platz hat, lässt er Medi­en­be­rich­ten zufol­ge jetzt eine Begleit­jacht dazu bau­en, wo der Heli lan­den kann. Sein Spar­strumpf soll­te dafür rei­chen: Bezos hat die­ser Tage Ama­zon-Akti­en für 6,7 Mil­li­ar­den Dol­lar verkauft.

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Frei­tag, 14. Mai. Ab heu­te bei Net­flix: Hals­ton. Ewan McGre­gor spielt den Mode­schöp­fer, der in den 70er Jah­ren ein Fix­punkt der New Yor­ker High Socie­ty war. Roy Hals­ton Fro­wick mach­te min­des­tens eben­so vie­le Schlag­zei­len mit sei­nem exzes­si­ven Par­ty­leben wie mit sei­ner Mode. So gla­mou­rös wird es für Desi­gner viel­leicht nie mehr werden: