Karstadt

Was wird aus Rudolph Karstadts Erbe?

Heu­te, so sieht es aus, fällt die Ent­schei­dung in Sachen Kar­stadt. Am Wochen­en­de wur­de berich­tet, es hät­ten nur noch zwei Bie­ter Chan­cen auf den Zuschlag: Inves­tor Nico­las Berg­gru­en sowie das High­street-Kon­sor­ti­um, hin­ter dem u.a. Gold­man Sachs und die ita­lie­ni­sche Han­dels­dy­nas­tie Bor­let­ti ste­hen. Die Metro steht Gewehr bei Fuß. Egal, wie sich der Gläu­bi­ger­aus­schuss (in dem High­street maß­geb­lich mit­re­det) ent­schei­det – die Haus­auf­ga­ben, die der neue Eigen­tü­mer zu erle­di­gen hat, sind gewal­tig. Hier eini­ge Rat­schlä­ge aus beru­fe­nem Mun­de, notiert bei diver­sen Ter­mi­nen und Tref­fen, die ich mit Kar­stadt- und Arcan­dor-Mana­gern hat­te und die alle­samt in der Tex­til­Wirt­schaft ver­öf­fent­licht wur­den. Dar­un­ter Wah­res wie Klu­ges, aber auch Wider­sprüch­li­ches und Bezeichnendes: 

 
Wal­ter Deuss (Kar­stadt-Chef 1985–2000): “Die Zahl der Waren­häu­ser wird schrump­fen.” (1996)

Wolf­gang Urban (Kar­stadt-Quel­le-Chef 2000–2004) bei einem Pres­se­ter­min im Wein­kel­ler von Kar­stadt Dort­mund: “Die teu­ers­te Fla­sche hier im Raum bin ich.” (2003)

Chris­toph Achen­bach (Kar­stadt­Quel­le-Chef 2004–2005): “Ich mache mir weni­ger Gedan­ken über die Exis­tenz­be­rech­ti­gung der Ver­triebs­form Waren­haus als über die Zukunft der Mar­ke Kar­stadt. Die­se Mar­ke hat sicher­lich gelit­ten, und es ist unse­re Auf­ga­be, aus Kar­stadt wie­der eine star­ke Mar­ke zu machen.“ (2004)

Hel­mut Mer­kel (Kar­stadt-Chef 2003–2006): „Man muss wohl respek­tie­ren, dass die­ses For­mat einen klei­ne­ren Markt fin­det als frü­her. Chan­cen bestehen für uns in der Opti­mie­rung, wesent­li­che Expan­si­ons­mög­lich­kei­ten gibt es in Deutsch­land für Waren­häu­ser kaum mehr, wohl aber Ver­drän­gungs­wett­be­werb. (…) Es gibt nicht das “Waren­haus der Zukunft”. Son­dern es wird eine Rei­he von loka­len For­ma­ten geben, die sich an den jewei­li­gen Bedürf­nis­sen der Kun­den ori­en­tie­ren. Des­we­gen tun wir gut dar­an, uns lokal aus­zu­rich­ten.“ (2003)

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Peter Wolf (Kar­stadt-Chef 2006–2008) “’Alles unter einem Dach’ hat uns in die Pro­fil­lo­sig­keit geführt. Unser neu­er Grund­satz ist: “Weni­ger ist mehr”. (…) Das Waren­haus muss ein moder­ner Markt­platz sein. Wir müs­sen zur Büh­ne wer­den und Erleb­nis­ein­kauf bie­ten. (…) Wir müs­sen unser Kon­zept für die Kun­den wie­der inter­es­sant machen. Alle Maß­nah­men müs­sen am Mehr­wert für den Kun­den gemes­sen wer­den. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren waren wir viel zu sehr mit uns selbst beschäf­tigt.“ (2006) 

Ste­fan Herz­berg (Kar­stadt-Chef 2008–2009): „Man hat Visio­nen über die Zukunft von Kar­stadt ent­wi­ckelt, aber sich nicht in glei­chem Maße um das ope­ra­ti­ve Geschäft geküm­mert.“ (2008) 

Tho­mas Mid­del­hoff (Arcan­dor-Chef 2005–2009): “Wir glau­ben zu wis­sen, was wir tun.” (2008)
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