Jvr by christoph kaminski dsc

Jeroen van Rooijen

Bei “Markiert” zeigen Mode-Profis Haltung. Heute mit Jeroen van Rooijen (43), seit zehn Jahren Mode- und Stilfachmann der Neuen Zürcher Zeitung und der NZZ am Sonntag. Er beantwortet in der Rubrik "Hat das Stil?" jede Woche die Stilfragen der NZZ-Leser. Van Rooijen ist ausserdem Co-Veranstalter des jährlich in Zürich stattfindenden "Gentlemen's Run".

Mode ist für mich… der täg­li­che Lebens­in­halt, meis­tens eine gros­se Inspi­ra­ti­on und manch­mal auch ein­fach nur abstossend.

Frau­en müs­sen… wis­sen, dass ich sie verehre.

Ein rich­ti­ger Mann… trägt sein Hand­ge­päck an der Hand – ohne Rollen.

Die Jugend von heu­te… ist wohl nicht viel ver­rot­te­ter als die, zu der ich sel­ber einst gehörte.

Sex oder Golf? Ich konn­te mich nie für das Volu­men­mo­dell von Volks­wa­gen begeis­tern, also ger­ne etwas Sex.

Ohne Geld… hät­te ich ein paar Sor­gen weni­ger, dafür wohl auch ein paar ande­re Pro­ble­me dazu.

Wenn ich in den Spie­gel schaue, dann… sehe ich, dass die Ver­spre­chun­gen der Kos­me­tik­in­dus­trie auf lan­ge Sicht wohl doch eher nur heis­se Luft sind.

Ich träu­me manch­mal davon, dass… ich im Radio­stu­dio sit­ze und nichts mehr geht. An die­sem Traum lei­den alle Ex-Radio-DJs.

Was ich über­haupt nicht lei­den kann… sind Men­schen, die sich sel­ber wich­tig fin­den und ande­re dies unver­blümt spü­ren lassen.

Was ich mag,… sind gut ange­zo­ge­ne Men­schen, die läs­sig und glück­lich statt kos­tü­miert und auf­dring­lich wirken.

Was mich nervt,… sind Straf­zet­tel fürs Falsch­par­kie­ren oder Zuschnell­fah­ren – doo­fer kann man kein Geld verschwenden.

Mein größ­ter Feh­ler… ist mei­ne Unge­duld – ich kann nicht still­sit­zen und warten.

Ohne Inter­net… zu leben, stel­le ich mir für eine Woche herr­lich vor. Län­ger­fris­tig wür­de mich die Idee sehr ner­vös machen.

Mei­ne Play­list… wird je nach Tages­form und Lau­ne von Spo­ti­fy berei­chert – ich ler­ne lau­fend dazu.

Am liebs­ten kau­fe ich… gute Schu­he, etwa von Church’s – ich habe mehr davon, als ich tra­gen kann.

Das bes­te deut­sche Mode­ge­schäft ist… Lada­ge & Oel­ke in Ham­burg! Weil es hier so radi­kal nicht um Mode, son­dern um Klei­dung geht.

Mein Job… ist im Moment eine Ach­ter­bahn, weil der Medi­en­wan­del so ein altes Haus wie die NZZ total durchschüttelt.

Am bes­ten bin ich, wenn ich… etwas Druck im Nacken und vie­le krea­ti­ve Kol­le­gen um mich her­um habe.

Chefs soll­ten… sich selbst mehr als Kol­le­gen denn als Vor­ge­setz­te aufführen.

Als Bun­des­kanz­ler… wür­de ich das Grund­ge­setz um ein paar Kapi­tel ver­bind­li­cher Anstands- und Stil­re­geln bereichern.

Am meis­ten bewun­de­re ich… Men­schen, die ein Hand­werk beherr­schen und es perfektionieren.

Der schöns­te Ort der Welt ist… im Früh­ling das Hotel Vil­la Augus­tus in Dor­drecht bei Rot­ter­dam – und im Win­ter das Wald­haus in Sils-Maria.

Wenn ich mir einen Satz täto­wie­ren soll­te, dann fol­gen­den: Lorem ipsum dolor sit amet, con­sete­tur sadipscing elitr.

Und wohin? Der wür­de dann wohl vom Knie bis zur lin­ken Brust reichen.

Für… ein dunk­les Bier aus Bel­gi­en …wer­de ich schwach.

Das letz­te Mal gelo­gen habe ich, als… ich die letz­te Arma­ni-Schau in Mai­land unter Vor­gau­ke­lung fal­scher Ter­mi­ne schwänzte.

Mit 17 woll­te ich… der nächs­te Jean-Paul Gaul­tier werden.

In Zukunft… will ich weni­ger fau­le Kom­pro­mis­se machen und nach Anzei­gen­po­ten­zia­len schielen.

Was ich immer schon mal gefragt wer­den woll­te: Radeln wir mor­gen zusam­men den Rhein der vol­len Län­ge nach ab?