Die Mode kommt in Deutschland ganz zum Schluss, klagt Scott Lipinski

 

„Welche öffentliche Instanz hat eine Kondolenz veröffentlicht, als Karl Lagerfeld verstorben ist? Die Modeindustrie genießt diese Wertschätzung nicht. Wir schauen immer nur auf andere Bereiche der Kreativwirtschaft. Aber die Mode kommt ganz zum Schluss.“

Der Geschäftsführer des Fashion Council Germany im Interview mit Mareike Fangmann für den Stern (bezeichnenderweise arbeitet sie im Unterhaltungsressort). Lipinski bezieht sich auf die öffentliche Würdigung von Bruno Ganz durch den Bundespräsidenten. Der Schauspieler war im Februar drei Tage vor Lagerfeld verstorben.

Bitte lesen Sie dazu auch: Fels, Feenstaub, weißer Elefant

 

profashionals

Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

4 Antworten auf „Die Mode kommt in Deutschland ganz zum Schluss, klagt Scott Lipinski

  1. Scott Lipinski hat hier uneingeschränkt einen richtigen Ansatz aufgezeigt! Karl Lagerfeld ist in der Summe seines Schaffens (insbesondere auf internationaler Ebene), seiner weltweiten Beachtung und Verehrung sowie in der Ausprägung der von ihm hinterlassenen Einflüsse in der Mode, in keinem Moment weniger hoch in der Riege der Deutschen Künstler anzusiedeln als die aus Deutschland stammenden grossen Schriftsteller, Schauspieler, Regisseure, Maler, Bildhauer oder Architekten. Seine Statements mögen in manchen Ansichten kontrovers gewesen sein. Jedoch sind viele sehr treffend und spitz formuliert. Sie eröffnen oft erst in der zweiten oder dritten Betrachtung dem Empfänger den tatsächlichen Kern der Aussage. Karl ist zweifelsohne eine bleibende Lichtgestalt der internationalen Mode und insbesondere der Deutschen Kreativkultur. Genauso, wie es Ganz, Gründgens, Gropius, Grass für andere Kulturebenen der Deutschen und auch multinationalen Gemeinden sind.

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  2. Lepinski hat Recht. Mode hat in diesem Land keine Lobby. Leider hat Lepinski aber selber mit dazu beigetragen, denn sein FCG windet sich bis heute aus der Verantwortung und moralischen Verpflichtung an die Morde und die Vertreibung jüdischer Modeschöpfer und deren Enteignung zu erinnern. So fällt der von ihm geworfene Stein äud die eigenen Füsse. Nicht nur in Sachen Lagerfeld.

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  3. … was für Karl Lagerfeld gilt, dass steht in gleicher Weise für jede andere Modeschöpferin oder jeden anderen Modeschöpfer bzw. die Unternehmer/innen aus Deutschland, welche über ihr gesamtes Leben im eigenen Namen oder mit ihren Marken in der nationalen und internationale Szene durch ihre Arbeit Meilensteine und Akzente gesetzt haben oder setzen und somit der hiesigen Kreativkultur in der Welt von Fashion & Lifestyle immer wieder einen Durchbruch ermöglichen. Bitter, wenn es hier im Gedenken tatsächlich entsprechende Ausgrenzung seitens des FCG geben sollte.

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    1. So war und ist es leider. Ich stimme Ihnen zu, es wurde wichtige Arbeit geleistet in Sachen Mode und Kreativität in Deutschland. So selbstverständlich die Wrinnerung an vertriebene und ermordete andere Künstler während der NS Zèit inzwischen ist, die Modebranche und jüngst das FCG, haben bisher eine Chance verpasst. Es gab und gibt genug. Seit 2 Monaten weigert sich FCG der amerikanischen Journalistin Dina Gold sechs Fragen im Interview für einen Artikel des B’nai B’rith zu beantworten. Das ist leider symptomatisch für die gesamte Branche. Scott ist gefordert sich zu erklären, denke ich.

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