Stefano Pilati hat Yves Saint Laurent offenbar nicht im Guten verlassen

„Deine Arbeit darf nicht nur ein Egotrip sein. Du arbeitest für eine Marke, nicht für Deine Marke. Du musst Dich anpassen. (…) Du musst Dich auch mit den Schwachköpfen auseinandersetzen, die einfach nur Geschäftsleute sind – diejenigen, die die Mode ruiniert haben, die Leute, die von Danone zu YSL gehen, als wäre das die natürlichste Entwicklung der Welt.“

Der Designer, der kürzlich bei Yves Saint Laurent durch Hedi Slimane ersetzt wurde, im Interview mit Constantino Della Gherardesca für Vice. Der ehemalige Danone-Manager Jordi Constans tritt Anfang 2013 die Nachfolge von Yves Carcelle an. Der ist allerdings nicht Chef der PPR-Tochter YSL, sondern von LV, der besseren Hälfte von LVMH. Bei den vielen Kürzeln kann man schon mal durcheinanderkommen.

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Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

4 Antworten auf „Stefano Pilati hat Yves Saint Laurent offenbar nicht im Guten verlassen

  1. Und täglich grüßt das Murmeltier…
    Man sollte Modehäuser mit dem Ableben ihrer Gründer schließen, anstatt sie vom Nachfolgern weiterführen zu lassen, die die Handschrift des Vorgängers nicht kennen und vor allem sollte man sie nicht denen zum Fraß vorwerfen, die von der Kultur der Mode keinen Schimmer haben.
    Nehmen wir Versace. Donatella ist auf dem besten Wegen, den Mythos des Hauses komplett einem eigenartig proletenhaften und unkultivierten Massengeschmack anzupassen. Das bemerkt man schon an den VIP’s, die sie die Werbung eingesetzt werden.
    Ganz ähnlich verhält es sich bei Armani, der unbedeutende Sternchen wie Megan Fox oder Rihanna für seine Anzeigen nutzt. Wo ist der Stil, wo die Kultiviertheit? Alles wird dem Umsatz und der Börsenkraft unterworfen. Klar, Modehäuser sind auch Wirtschaftsunternehmen, aber ihre Potenz ergibt sich aus ihrem einzigartigen Charakter und löscht man den aus, sägt man am Ast, auf dem man sitzt.
    Ich erinnere mich noch an ein Interview Romeo Gigli’s für „mondän!“ Mitte der 90’er, der sagte: „The business killed the creativity“ und damit hatte er schon damals recht.
    Bestes Beispiel dafür ist (meine geliebte) Jil Sander, die den Fehler gemacht hat, auf Analysten zu hören, die ihr aus dem Hintergrund die Zusammenarbeit mit Prada anrieten und damit die Verwässerung des Sander-Stils des Understatements, des Luxus und der Klarheit herbeiführten. Plötzlich liefen auf den Shows die Models in knalligen Neonfarben, statt in grauem Cashmere über den Laufsteg.
    Man kann Karl Lagerfeld nur gratulieren, dass sein Kopismus einer im Grunde erzkonservativen, ja geradezu spießigen Mode der Chanel, immer noch den Massengeschmack trifft und er so am Ball bleiben kann und hofiert wird, als sei er das größte Genie aller Zeiten, was er bei ehrlicher Betrachtung keineswegs ist.

    Balenciaga sagte bei der Schließung seines Hauses: „Ich werde meine Mode nicht prostituieren!“ und entzog sich so den Marktmechanismen einer neuen Zeit, blieb sich treu und wurde zum Mythos.

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