Passiert large

“Looks like shit…”

Img“…but saves my life.” Wel­ches all­täg­li­che Klei­dungs­stück kann so etwas schon von sich behaup­ten? Es geht um die Fahr­rad­helm-Kam­pa­gne des BMVI. “Sieht schei­ße aus, ret­tet aber mein Leben”? Es hät­te der GNTM-Mäd­chen nicht bedurft, um auf die­se Wahr­heit hin­zu­wei­sen. So aber ist der Kon­trast zwi­schen Funk­ti­on und Wir­kung beson­ders augen­fäl­lig. Der Sexis­mus-Auf­schrei war womög­lich kal­ku­liert. Bemer­kens­wert dage­gen der Pro­test von Uvex, der als Helm­her­stel­ler ja eigent­lich von der Wer­bung pro­fi­tie­ren soll­te. Dass man damit nicht ’shit’ aus­se­he, habe sich inzwi­schen (fast) über­all her­um­ge­spro­chen, so eine Spre­che­rin säu­er­lich. Tra­gisch für Minis­ter Scheu­er ist, dass er am Ende der Legis­la­tur vor allem wegen die­ser Kam­pa­gne in Erin­ne­rung blei­ben wird. “Ver­kehrs­mi­nis­ter” bekommt mit den sexy Moti­ven übri­gens unbe­ab­sich­tigt noch eine zwei­te Bedeutung.

Vor vie­len Jah­ren hat die Opti­ker-Bran­che mal nack­te Frau­en mit Bril­le pla­ka­tiert. Das Ziel war, Seh­hil­fen irgend­wie sexy auf­zu­la­den. Das war kaum weni­ger platt. Damals erei­fer­te sich nur nie­mand dar­über. Die Zei­ten haben sich geän­dert. Bril­len kön­nen übri­gens eben­so Leben ret­ten, gera­de im Verkehr.

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Eine ande­re Kam­pa­gne erhitzt die­se Woche eben­so die Gemü­ter. Kar­stadt und Kauf­hof kom­mu­ni­zie­ren ihre Ver­schmel­zung u.a. mit einem TV-Spot. Auch die Stores wer­den mit dem neu­en grün­blau­en Gale­ria-Logo gebran­det. Wie immer schei­den sich auch an die­sem Ent­wurf die Geis­ter. “Das Logo fällt im Exper­ten­check durch”, ver­kün­de­te Hori­zont. Und auf Twit­ter höh­nen wie üblich die Spöt­ter. Par­al­lel warnt Ver­di vor wei­te­ren Stel­len­strei­chun­gen. Die Rhei­ni­sche Post hat die Zahl 5500 in den Raum gestellt. Ent­schei­den­der als das Logo über dem Ein­gang ist des­we­gen, was die Kun­den über kurz oder lang hin­ter der Tür erwartet.

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Last but not least wur­de die­se Woche das Aus für den Ber­li­ner Mode­sa­lon bekannt­ge­ge­ben. Das war nach der mau­en Win­ter-Ver­an­stal­tung kei­ne all­zu gro­ße Über­ra­schung. Was dem Tages­spie­gel einen grö­ße­ren Bericht wert war, lief in der TW unter fer­ner lie­fen. Das zeigt die Rele­vanz die­ser Ver­an­stal­tung: Eine hohe für die (Selbst-)Wahrnehmung der Mode­stadt Ber­lin. Prak­tisch kei­ne fürs kon­kre­te Geschäft. Zu weni­ge Ein­käu­fer lie­ßen sich in Kron­prin­zen­pa­lais und Eli­sa­beth­kir­che bli­cken. Der Fashion Week wird den­noch ein reiz­vol­ler Anlauf­punkt und Farb­tup­fer feh­len. Wenigs­tens der Vogue Salon soll wei­ter stattfinden.

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