Interessanter als die Vermögenswerte, die das Manager-Magazin recherchiert hat und die für die meisten Menschen ohnehin abstrakt bleiben, sind die Veränderungen, die die Redakteure gegenüber dem vergangenen Jahr berechnet haben. Sagen sie doch etwas über die Performance der jeweiligen Beteiligungen aus. Wir haben uns die Mode-Milliardäre angeschaut: Wer hat zugelegt? Wer hat verloren? Alle Angaben basieren auf dem Manager-Magazin-Ranking.
Die Gewinner: Lidl, Aldi, Deichmann, New Yorker. Und Breuninger.
Lidl- und Kaufland-Gründer Dieter Schwarz und die Inhaberfamilien von Aldi Süd und Aldi Nord werden sich nicht als Textilhändler sehen. Tatsächlich machen sie in ihren Filialen Milliarden mit Unterwäsche, Sweatshirts und Heimtextilien. Das Nonfood-Geschäft dürfte zwar auch bei den Discountern gelitten haben. Allerdings nicht so sehr, als dass es die enormen Vermögenszuwächse von Dieter Schwarz (+7,2 Milliarden Euro) und den Aldi-Süd-Familien Albrecht und Heister (+2,1 Milliarden) verhindert hat. Platz 1 und Platz 2 gehören den Discounter-Königen.
Platz 3 belegen die Inhaberfamilien von Breuninger (+600 Millionen auf 0,9 Milliarden Euro). Sage einer, mit Warenhäusern ließe sich kein Geld verdienen. Auf Platz 4 die Familien Knapp (New Yorker) und Deichmann mit jeweils 300 Millionen Zuwachs (auf 2,9 und 5,2 Milliarden), gefolgt von den Familien Ernsting und Wortmann (jeweils +100 Millionen auf 0,8 und 1,7 Milliarden).
Unverändert ist die Vermögenslage bei den Inhabern von Gebr. Heinemann (0,9 Milliarden), bei Familie Schwanhäuser (der neben Schwan-Stabilo auch Outdoor Brands wie Deuter und Ortovox gehören) und Jebsen & Jessen (die ihr 1,5‑Milliarden-Vermögen u.a. mit Textilimport gemacht haben). Auch Bernd Freiers Vermögensabfluss scheint gestoppt. Der S.Oliver-Gründer wird unverändert mit 0,7 Milliarden taxiert.
Die Verlierer: Zalando, Otto, Tchibo, C&A.
Der Sinkflug der Aktie blieb nicht ohne Auswirkungen auf Robert Gentz und David Schneider. Die Depots der Zalando-Gründer sind 50 Millionen leichter, aber immer noch 450 MIllionen schwer. Mehr zu verlieren hat die Familie Otto, und sie tat es 2025 denn auch: 1,1 Milliarden weniger (auf 11,4 Milliarden). Kik- und Tedi-Gründer und Woolworth-Inhaber Stefan Heinig steht mit 300 Millionen weniger auf der Liste, Globus-Inhaber Thomas Bruch mit 400 Millionen weniger. Die Tchibo-Inhaber Michael und Wolfgang Herz haben jeweils 600 Millionen Vermögen eingebüsst; bei einem verbleibenden Vermögen von jeweils 3,4 Milliarden müssen wir uns aber keine Sorgen um die beiden machen.
Mit Abstand die größten Einbußen verzeichnet das Manager-Magazin für Familie Brenninkmeyer. Die C&A‑Inhaber haben 1,5 Milliarden ihres 2025 noch auf 14,2 Milliarden Euro taxierten Vermögens abgegeben.