Malcolm McLaren (†)

Er war kein Mode­ma­cher im her­kömm­li­chen Sin­ne. Auch war Punk stets mehr als Mode. Aber Mal­colm McLa­ren hat der Punk-Bewe­gung mit den Sex Pis­tols medi­al zum Durch­bruch ver­hol­fen. Die Mode hat er damit zwei­fel­los stär­ker beein­flusst als so man­cher Cou­turi­er. Sei­ne dama­li­ge Part­ne­rin Vivi­en­ne West­wood kul­ti­vier­te den Ges­tus der Pro­vo­ka­ti­on eben­so wie der gemein­sa­me Sohn Joseph Fer­di­nand Cor­re mit sei­nem legen­dä­ren Wäsche­ge­schäft Agent Pro­vo­ca­teur. McLa­ren wirk­te als Musi­ker, Regis­seur und Pro­du­zent. So ent­deck­te er auf Schwu­len­bäl­len in Har­lem den Vogueing-König Wil­li Nin­ja (“Paris is Bur­ning”), des­sen Tanz­stil danach von Madon­na in ihrem Welt­hit Vogue adap­tiert wurde. 

Vor Jah­ren habe ich ihn bei einem Auf­tritt in Frank­furt erlebt. Auf einem Semi­nar ver­such­te der Mitt­fünf­zi­ger Jung-Mana­gern aus der Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie Jugend­kul­tur nahe­zu­brin­gen. Das war nicht unko­misch, und McLa­ren selbst hat­te augen­schein­lich Spaß an sei­ner absur­den Rolle. 

Am 8. April starb Mal­colm McLa­ren mit 64 Jah­ren an Krebs.