Die Mode kommt in Deutschland ganz zum Schluss, klagt Scott Lipinski

“Welche öffentliche Instanz hat eine Kondolenz veröffentlicht, als Karl Lagerfeld verstorben ist? Die Modeindustrie genießt diese Wertschätzung nicht. Wir schauen immer nur auf andere Bereiche der Kreativwirtschaft. Aber die Mode kommt ganz zum Schluss.”

Der Geschäfts­füh­rer des Fashion Coun­cil Ger­ma­ny im Inter­view mit Marei­ke Fang­mann für den Stern (bezeich­nen­der­wei­se arbei­tet sie im Unter­hal­tungs­res­sort). Lipin­ski bezieht sich auf die öffent­li­che Wür­di­gung von Bru­no Ganz durch den Bun­des­prä­si­den­ten. Der Schau­spie­ler war im Febru­ar drei Tage vor Lager­feld verstorben.

Bit­te lesen Sie dazu auch: Fels, Feen­staub, wei­ßer Elefant

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4 Antworten zu “Die Mode kommt in Deutschland ganz zum Schluss, klagt Scott Lipinski

  1. … was für Karl Lager­feld gilt, dass steht in glei­cher Wei­se für jede ande­re Mode­schöp­fe­rin oder jeden ande­ren Mode­schöp­fer bzw. die Unternehmer/innen aus Deutsch­land, wel­che über ihr gesam­tes Leben im eige­nen Namen oder mit ihren Mar­ken in der natio­na­len und inter­na­tio­na­le Sze­ne durch ihre Arbeit Mei­len­stei­ne und Akzen­te gesetzt haben oder set­zen und somit der hie­si­gen Krea­tiv­kul­tur in der Welt von Fashion & Life­style immer wie­der einen Durch­bruch ermög­li­chen. Bit­ter, wenn es hier im Geden­ken tat­säch­lich ent­spre­chen­de Aus­gren­zung sei­tens des FCG geben sollte.

    1. So war und ist es lei­der. Ich stim­me Ihnen zu, es wur­de wich­ti­ge Arbeit geleis­tet in Sachen Mode und Krea­ti­vi­tät in Deutsch­land. So selbst­ver­ständ­lich die Wrin­ne­rung an ver­trie­be­ne und ermor­de­te ande­re Künst­ler wäh­rend der NS Zèit inzwi­schen ist, die Mode­bran­che und jüngst das FCG, haben bis­her eine Chan­ce ver­passt. Es gab und gibt genug. Seit 2 Mona­ten wei­gert sich FCG der ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­lis­tin Dina Gold sechs Fra­gen im Inter­view für einen Arti­kel des B’nai B’rith zu beant­wor­ten. Das ist lei­der sym­pto­ma­tisch für die gesam­te Bran­che. Scott ist gefor­dert sich zu erklä­ren, den­ke ich.

  2. Lepin­ski hat Recht. Mode hat in die­sem Land kei­ne Lob­by. Lei­der hat Lepin­ski aber sel­ber mit dazu bei­getra­gen, denn sein FCG win­det sich bis heu­te aus der Ver­ant­wor­tung und mora­li­schen Ver­pflich­tung an die Mor­de und die Ver­trei­bung jüdi­scher Mode­schöp­fer und deren Ent­eig­nung zu erin­nern. So fällt der von ihm gewor­fe­ne Stein äud die eige­nen Füs­se. Nicht nur in Sachen Lagerfeld.

  3. Scott Lipin­ski hat hier unein­ge­schränkt einen rich­ti­gen Ansatz auf­ge­zeigt! Karl Lager­feld ist in der Sum­me sei­nes Schaf­fens (ins­be­son­de­re auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne), sei­ner welt­wei­ten Beach­tung und Ver­eh­rung sowie in der Aus­prä­gung der von ihm hin­ter­las­se­nen Ein­flüs­se in der Mode, in kei­nem Moment weni­ger hoch in der Rie­ge der Deut­schen Künst­ler anzu­sie­deln als die aus Deutsch­land stam­men­den gros­sen Schrift­stel­ler, Schau­spie­ler, Regis­seu­re, Maler, Bild­hau­er oder Archi­tek­ten. Sei­ne State­ments mögen in man­chen Ansich­ten kon­tro­vers gewe­sen sein. Jedoch sind vie­le sehr tref­fend und spitz for­mu­liert. Sie eröff­nen oft erst in der zwei­ten oder drit­ten Betrach­tung dem Emp­fän­ger den tat­säch­li­chen Kern der Aus­sa­ge. Karl ist zwei­fels­oh­ne eine blei­ben­de Licht­ge­stalt der inter­na­tio­na­len Mode und ins­be­son­de­re der Deut­schen Krea­tiv­kul­tur. Genau­so, wie es Ganz, Gründ­gens, Gro­pi­us, Grass für ande­re Kul­tur­ebe­nen der Deut­schen und auch mul­ti­na­tio­na­len Gemein­den sind.

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