„Looks like shit…“

IMG_0391„…but saves my life.“ Welches alltägliche Kleidungsstück kann so etwas schon von sich behaupten? Es geht um die Fahrradhelm-Kampagne des BMVI. „Sieht scheiße aus, rettet aber mein Leben“? Es hätte der GNTM-Mädchen nicht bedurft, um auf diese Wahrheit hinzuweisen. So aber ist der Kontrast zwischen Funktion und Wirkung besonders augenfällig. Der Sexismus-Aufschrei war womöglich kalkuliert. Bemerkenswert dagegen der Protest von Uvex, der als Helmhersteller ja eigentlich von der Werbung profitieren sollte. Dass man damit nicht ’shit‘ aussehe, habe sich inzwischen (fast) überall herumgesprochen, so eine Sprecherin säuerlich. Tragisch für Minister Scheuer ist, dass er am Ende der Legislatur vor allem wegen dieser Kampagne in Erinnerung bleiben wird. „Verkehrsminister“ bekommt mit den sexy Motiven übrigens unbeabsichtigt noch eine zweite Bedeutung.

Vor vielen Jahren hat die Optiker-Branche mal nackte Frauen mit Brille plakatiert. Das Ziel war, Sehhilfen irgendwie sexy aufzuladen. Das war kaum weniger platt. Damals ereiferte sich nur niemand darüber. Die Zeiten haben sich geändert. Brillen können übrigens ebenso Leben retten, gerade im Verkehr.

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Eine andere Kampagne erhitzt diese Woche ebenso die Gemüter. Karstadt und Kaufhof kommunizieren ihre Verschmelzung u.a. mit einem TV-Spot. Auch die Stores werden mit dem neuen grünblauen Galeria-Logo gebrandet. Wie immer scheiden sich auch an diesem Entwurf die Geister. „Das Logo fällt im Expertencheck durch“, verkündete Horizont. Und auf Twitter höhnen wie üblich die Spötter. Parallel warnt Verdi vor weiteren Stellenstreichungen. Die Rheinische Post hat die Zahl 5500 in den Raum gestellt. Entscheidender als das Logo über dem Eingang ist deswegen, was die Kunden über kurz oder lang hinter der Tür erwartet.

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Last but not least wurde diese Woche das Aus für den Berliner Modesalon bekanntgegeben. Das war nach der mauen Winter-Veranstaltung keine allzu große Überraschung. Was dem Tagesspiegel einen größeren Bericht wert war, lief in der TW unter ferner liefen. Das zeigt die Relevanz dieser Veranstaltung: Eine hohe für die (Selbst-)Wahrnehmung der Modestadt Berlin. Praktisch keine fürs konkrete Geschäft. Zu wenige Einkäufer ließen sich in Kronprinzenpalais und Elisabethkirche blicken. Der Fashion Week wird dennoch ein reizvoller Anlaufpunkt und Farbtupfer fehlen. Wenigstens der Vogue Salon soll weiter stattfinden.

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profashionals

Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

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