Deutscher Handelskongress 2016: „Wir machen uns alle was vor“

Gestern und heute ist Berlin auch die Hauptstadt des Einzelhandels. Die Branche trifft sich zum Deutschen Handelskongress. Eindrücke vom Podium:

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HDE-Präsident Josef Sanktjohanser: „Der Handel fühlt sich generell in guter Verfassung. Wir erwarten für den Dezember erstmals mehr als 90 Milliarden Umsatz.“

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„Der private Konsum ist Wachstumstreiber“ , sekundiert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Aber wir haben zugleich einen gewaltigen Strukturwandel, der sich enorm beschleunigt.“

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SPD-Generalsekretärin Katharina Barley war, wie sie bemerkte, eine von neun Frauen unter 79 Referenten beim Deutschen Handelskongress. Und die erste, die die Trump-Wahl ansprach: „‚Great again‘ statt ’stronger together‘ – das ist ja kein Zufall.“

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David Bosshart (GDI) veranschaulichte den Wandel mit Hilfe des Fotokünstlers Andreas Gursky, der vor Jahren mit Supermarkt-Aufnahmen für Furore sorgte und sich jetzt die Amazon-Logistik vornahm : „Vom Verbraucher zum User. Vom Warenfluss zum Informationsfluss. Vom Regal zur Cloud.“

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Frank Appel gehört mit der Post zu den Gewinnern des Online Retailings: „Die Digitalisierung ermöglicht Produktivitätsfortschritte. Die wiederum sind die Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand.“

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Moritz Hahn (Zalando): „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Enabler.“

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Stephan Knäble, GfK: „Man muss als Marke dialogischer agieren.“

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Dorothea Ern-Stockum (Kurt Salmon): „Sechs Monate Leadtime ist nicht ‚on demand‘.“

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Olivier Van den Bossche (Kaufhof): „Früher galt Genauigkeit vor Geschwindigkeit. Heute Geschwindigkeit vor Genauigkeit.“

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Stephan Fanderl (Karstadt): „Genauso wie es in hundert Jahren noch Briefe geben wird, wird es auch in hundert Jahren noch Warenhäuser geben. Sie müssen Marktplätze für alle Generationen sein. Online und Offline.“

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„Wie kann Multichannel ökonomisch funktionieren?“, fragte Chehab Wahby (OC&C): „Die hohen Erwartungen der Stationären an das Thema Multichannel haben sich nicht erfüllt. In Summe geht die Gesamtprofitabilität von Multichannel-Händlern zurück, während die Profitabilität der Pure Player steigt.“

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„Wir machen uns alle was vor“ , so Marc Schumacher von Liganova. „Wenn wir glauben, dass wir in 20 Jahren noch wie heute stationär einkaufen werden, dann könnten wir uns gewaltig täuschen. Alles was bis jetzt kam, haben wir zuvor unterschätzt. Es fängt gerade erst an.“

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Marc Freyberg (Brax): „Wir sitzen in Herford, dem deutschen Fashion Valley.“

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Eataly-Gründer Oscar Farinetti: „Wenn Sie uns kopieren wollen – bitte sehr! Ich kopiere andere schon mein ganzes Leben lang.“

 

 

profashionals

Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

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