Yokogate in Burladingen. Jesus-Lookalikes in London. Hosenschürfer in Kalifornien.

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Es sind ernste Zeiten, da beschäftigt man sich gerne auch mal mit Unwesentlichem. Schon von Jokogate gehört? Da gibt Joko Winterscheidt der SZ ein Interview, in dem er unter anderem über seine Start up-Unternehmungen Auskunft gibt. Eher beiläufig erwähnt er einen Besuch bei Trigema, wo er Wolfgang Grupp als Partner für sein Label German Garment gewinnen wollte. Der ließ ihn angeblich abfahren („Interessiert mich nicht“). Woraus die investigativen Reporter von Bild.de nun einen Zoff konstruieren. Medienprofi Grupp gibt dem PR-Affen nochmal richtig Zucker, legt Rechnungen über eine Trigema-Produktion für German Garment vor und beschimpft Winterscheidt. „Entweder ist er verrückt geworden, oder er hat Wahnvorstellungen. Er hat mit German Garment einen Flop gelandet und versucht nun, jemand anderem die Schuld zu geben.“ Trotzdem sei die Tür in Burladingen für den Nachwuchs-Modemacher nicht zu, signalisiert Grupp via Hohenzollerische Zeitung. Selbstverständlich würde er mit Winterscheidt wieder Geschäfte machen. „Da steh ich doch drüber. Ein Winterscheidt kann mir nicht das Wasser reichen.“ Das denkt der Klaas auch immer. Wie gesagt: Ernste Zeiten.

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Was macht Russell Brand denn bei den British Fashion Awards, war der erste Gedanke, als das Jesus-Lookalike die Bühne betrat. Doch es war Alessandro Michele, der den begehrten „International Designer Award“ abräumte. Der Gucci-Kreative trägt lange Haare und Bart, wie der Komiker und Ex-Gatte von H&Ms aktuellem Weihnachtsschlagerstar Katy Perry. Eine subtile christliche Reminiszenz in Zeiten des islamistischen Wahnsinns? Oder nur eine maximale Absetzbewegung des Designers vom aalglatten Gucci-Übervater Tom Ford?

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Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über die kalifornischen Hosenschürfer. In verlassenen Silberminen graben Schatzsucher nach uralten Levi’s-Jeans, die Abenteurer und Pioniere im 19. Jahrhundert dort liegen haben lassen. Man fragt sich zwar, wie das passieren konnte, zumal in den Buxen in aller Regel keine Gebeine stecken, aber gut… Die manchmal 140 Jahre alten Denims werden mit bis zu 100.000 Dollar gehandelt, also noch teurer als all die Marken, die in den letzten zehn Jahren von L.A. aus auf den Weltmarkt geworfen wurden. Weniger schmutzig und riskant ist es übrigens, sich durch die Highstreet-Sortimente zu wühlen. Dort findet man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch uralte Hosen, die die Kunden seit vielen Saisons liegen haben lassen.

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Die Frequenzprobleme des stationären Einzelhandels dürfte dies kaum beheben. Die werden wahrscheinlich nicht geringer, wenn das mulmige Gefühl anhält, was einem nach Paris in Menschenansammlungen beschleicht. Und die gibt es in vielen Fußgängerzonen und Läden ja immer noch. Die oberste Centermanagerin der ECE, Joanna Fischer rechnet laut TW zudem mit steigenden Kosten für Sicherheit. Der Online-Handel, der nach aktuellen Meldungen im letzten Quartal erneut überdurchschnittliches Wachstum verzeichnete, könnte zu den Krisengewinnern gehören. Wenn das mal so kommt. Wer braucht schon neue Klamotten, wenn er nicht mehr vor die Tür geht?

 

profashionals

Mehr als 20 Jahre journalistische Arbeit bei der TextilWirtschaft. Als Redakteur, Korrespondent, Business-Ressortleiter. Chefredakteur von 2006 bis 2011. Die TextilWirtschaft ist das führende Medium für das Modebusiness im deutschsprachigen Europa. Seit 2012 selbstständig in der Personalberatung. 2016 Gründer von SUITS. Executive Search.

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