Wolfgang Grupp versucht mal wieder mit gutem Beispiel voranzugehen. Ob ihm einer folgt?

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Wolf­gang Grupp fir­miert wie­der ein­mal publi­ci­ty­t­räch­tig um. Als ein­ge­tra­ge­ner Kauf­mann (eK) haf­tet er ab Janu­ar 2011 mit sei­nem Pri­vat­ver­mö­gen. “Nur die per­sön­li­che Haf­tung der Ent­schei­dungs­trä­ger hät­te nach dem New Eco­no­my-Auf­schwung das anschlie­ßen­de Desas­ter ver­hin­dern kön­nen”, erklärt der Tri­gema-Chef. Des­halb for­de­re er jetzt im “angeb­li­chen Auf­schwung” die per­sön­li­che Haftung. 

 Die erst vor ein paar Jah­ren erfolg­te Umwand­lung von der Ein­zel­ge­sell­schaft in eine Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung (GmbH & Co KG) hat­te Grupp dage­gen weni­ger an die gro­ße Glo­cke gehängt. In einem Inter­view, das ich 2007 mit ihm geführt hat­te, räum­te er dies zu mei­ner Über­ra­schung ein, “weil ich mei­ner Fami­lie nicht zumu­ten konn­te, dass sie in vol­ler Haf­tung steht, falls ich mor­gen plötz­lich nicht mehr da bin.” Heu­te sieht der 69jährige dar­in offen­sicht­lich kein Pro­blem mehr. Und letzt­lich ist die Ent­schei­dung natür­lich kon­se­quent, weil sie in Über­ein­stim­mung mit sei­nen öffent­lich vehe­ment ver­tre­te­nen Über­zeu­gun­gen von der Ver­ant­wor­tung des Unter­neh­mer­tums steht. “Wirt­schaft braucht Anstand” lau­tet denn auch der Titel sei­ner gera­de bei Hoff­mann & Cam­pe erschie­ne­nen Biografie. 

Nicht unrecht dürf­te Grupp sein, dass Tri­gema mit der Umwand­lung nächs­tes Jahr nicht mehr ver­öf­fent­li­chungs­pflich­tig sein wird. Schwa­ben sind ja, wenn es ums Geld geht, beson­ders dis­kret. Zumal der Bun­des­an­zei­ger gewis­se Wider­sprü­che zu den öffent­lich ver­laut­bar­ten Umsät­zen auf­zeigt. Der kon­so­li­dier­te (also um die Innen­um­sät­ze im wesent­li­chen zwi­schen Pro­duk­ti­on und “Test­ge­schäf­ten” berei­nig­te) Umsatz von Tri­gema lag dem­nach bei rund 63 Mill. Euro. Rund 10 Mill. Euro ent­fie­len nicht auf Tex­ti­li­en, son­dern auf das von Grupp eben­falls betrie­be­ne Tank­stel­len­ge­schäft. Ansons­ten ist die Fir­ma kern­ge­sund, in den Jah­ren vor 2008 stets leicht gewach­sen und mit 5% Net­to­um­satz­ren­di­te (2008) soli­de pro­fi­ta­bel. Wie es dem­nach aus­sieht, wird Grupp auch in Zukunft nur in Deutsch­land pro­du­zie­ren und sei­ne 1200 Arbeits­plät­ze sichern können.

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