Lieber Eyan Allen,

https://youtube.com/watch?v=W9fxYI6-s1s%26hl%3Den%26fs%3D1

hier­mit bewer­be ich mich um die aus­ge­schrie­be­ne Posi­ti­on als Hugo-Repor­ter . Sehr ger­ne wür­de ich am 20. Janu­ar zu Ihrer gro­ßen Hugo Boss-Show nach Ber­lin kom­men, um mich dort für kos­ten­lo­sen Ein­tritt und – ich ver­mu­te mal – auch eine war­me Mahl­zeit als ver­län­ger­ter Arm Ihrer Wer­be­ab­tei­lung zu betä­ti­gen. Anbei erhal­ten Sie wie gewünscht eine Arbeits­pro­be. Das Video soll Ihnen einen Ein­druck von mei­nen Fähig­kei­ten ver­mit­teln: Von mei­nem ulti­ma­ti­ven Gespür für Dra­ma­tur­gie. Von mei­ner Ange­wohn­heit, stets das Wesent­li­che zu fokus­sie­ren und voll auf den Punkt zu brin­gen. Von mei­nem Weit- eben­so wie mei­nem Durch­blick. “Krea­tiv” ist mein zwei­ter Vor­na­me und mein Eng­lisch wird mit jedem Glas Cham­pa­gner flüssiger.

Wahr­schein­lich bin ich nicht der Ein­zi­ge, der sich von Ihrer Akti­on ange­spro­chen fühlt. Man hat ja manch­mal den Ein­druck, dass es bald mehr Blog­ger gibt als Hugo-Kun­den. Und es gibt, nicht wahr, sehr vie­le Hugo-Kun­den. Ich ver­ste­he, dass Ihr Mar­ke­ting­leu­te die Blog­ger mögt. Die schrei­ben oft glaub­wür­dig auf Augen­hö­he ihrer Ziel­grup­pe (und nicht von oben her­ab wie man­che Jour­na­lis­ten). Vie­le pos­ten ein­fach Fotos, das ist Euch doch wahr­schein­lich sowie­so am aller­liebs­ten. In der ers­ten Rei­he machen sich Para­dies­vö­gel wie Tavi oder Bryan Boy bes­ser als die son­nen­be­brill­ten Hoch­glanz­zi­cken, die nicht sel­ten schon mal bes­se­re Zei­ten gese­hen haben. Wie ihre Maga­zi­ne. Und die TKPs sind im Ver­gleich zu den uncoo­len Print­me­di­en natür­lich unschlag­bar güns­tig. Wenn die Blogs denn tau­send Kon­tak­te errei­chen. Damit kann ich übri­gens locker dienen.

Aber wie im ech­ten Leben kaum einer dem ande­ren zuhört, fin­det auch nicht jedes Netz-Geschreib­sel tat­säch­lich Leser. In den aller­meis­ten Fäl­len ver­passt man nichts. Manch­mal ist es sogar bes­ser, wenn unqua­li­fi­zier­te Lai­en-Kri­tik kei­ne Reso­nanz fin­det. Auf jeden Fall wird im Mode­busi­ness nach mei­nem Ein­druck mehr über Blogs gere­det, als dass die­se wirk­lich ange­schaut wer­den. Mode­men­schen fin­den halt per se alles gut, was neu ist. Obwohl da wie gesagt viel Scheiss pro­du­ziert wird, gehö­re ich nicht zu denen, die Blogs als die “Klo­wän­de des Inter­nets” schmä­hen oder gar von “loser gene­ra­ted con­tent” spre­chen wür­den. Ich muss frei­lich zuge­ben, dass mir das Wort­spiel von Jean Remy von Matt ganz gut gefällt. Jeden­falls ist die Blo­go­sphä­re unüber­sicht­lich. Die Akti­on wird Ihnen bei Hugo Boss sicher hel­fen, die Spreu vom Wei­zen zu trennen. 

Ich möch­te mich hier­mit als Wei­zen sprich Hugo-Repor­ter emp­feh­len. Lie­ber Eyan – ich darf doch Eyan sagen? – ich wür­de mich sehr freu­en, zu den Aus­er­wähl­ten am roten Tep­pich in Ber­lin zu gehö­ren. Dass ich auch schon mal für eine Zei­tung geschrie­ben habe, ist für Sie hof­fent­lich kein Ableh­nungs­grund? Bis zum 20. Janu­ar also.

 Herz­li­che Grü­ße nach Metzingen

 Jür­gen Müller

 PS: Den iPod Touch kann ich doch anschlie­ßend hof­fent­lich behalten?

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